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Diyarbakir

Dank guter breiter Straßen erreichten wir am frühen Nachmittag Diyarbakir, oh Schreck, eine Großstadt mit über 800.000 Einwohner. Die Einwohnerzahl erkennt man übrigens auf den Ortseingangsschildern. Zunächst drängten wir uns durch den dichten Verkehr. Wo übernachten, war die Frage? Da, ein großer Platz, der zu der Feuerwehr gehörte. Eine Nachfrage, aber leider durften wir dort nicht bleiben. Der Hinweis auf einen „Otocar“ (Autoparkplatz) erwies sich als nicht brauchbar, wir passten dort nicht drauf. Wir fuhren durch die moderne Innenstadt mit Einkaufszentren und erreichten die mächtige bestens erhaltende Stadtmauer aus schwarzen Basaltsteinen der Altstadt. Überall das pralle Leben in dieser Stadt, die als die heimliche Hauptstadt der Kurden beschrieben wird. 

Fragen wir doch mal einen Polizisten, der verwies auf eine Tiefgarage (!) und ein Hotel zum Übernachten. Das half nicht so richtig weiter. Unterhalb der Altstadt sahen wir einen großen Picknickplatz mit Imbissständen und Parkplatz, der allerdings etwas abseits lag. Obwohl wir freundlich begrüßt wurden, in kurdisch und türkisch, einen Tee angeboten bekamen, konnte der Autor sich nicht entschließen hier zu übernachten. Die „Baucheinschätzung“ meinte besser nicht, was spielt sich hier im Dunkeln ab? Am nächsten Tag erfuhren wir von „unserem privaten Reiseführer“ (später mehr), die Einschätzung war richtig, am Abend kämen u.a. die Haschischraucher und andere Leute, die wären für uns Touristen nicht so gut.

Das üppige Gelände der Universität war auch keine Alternative, also wieder raus aus der Stadt. Eine großflächige „Raststätte“ mit Moschee gegenüber, Geschäften, Werkstatt und Tankstelle bot auch ein Restaurant. Da es anfing dunkel zu werden, blieben wir. Zunächst in das bescheidene Restaurant geschaut und nachgefragt, natürlich ist eine Übernachtung kein Problem.

Das Bild entstand am nächsten Morgen.

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Erst mal was gegessen, je zwei unterschiedliche Fleischspieße vom Holzkohlengrill, ein großer Salat, Fladenbrot und zwei Efes Bier für 20 TL, das war weitaus weniger, als erwartet. Zur Erinnerung, auf dem Campingplatz am Van-See haben wir alleine für zwei Efes 12 TL gezahlt. Außerdem der freundliche Hinweis, doch besser hinter den Gebäuden zu übernachten, dort wäre es viel ruhiger. Das Personal wies uns ein, zeigte uns die Toiletten (nach Besichtigung lieber nicht) und verwies auf die Möglichkeit das Internet zu nutzen.

Das war eine gute Gelegenheit zum ersten mal in der Türkei ins Internet zu gehen, hinein in den verräucherten engen Raum, 8 Plätze an schlichten Holzpulten, die seitlich mit einem Sichtschutz versehen waren. Kinder und junge Leute saßen vor den Flachbildschirmen. Die Tastatur war teilweise so abgenutzt, dass die Buchstaben nicht mehr zu lesen waren. Das kleine „i“ hatte eine besondere Taste, deswegen dauerte es ein wenig, bis das klar wurde und die Anmeldung zum E-Mail Server gelang. 

Eine Stunde lang E-Mails gelesen, beantwortet und den Müll gelöscht. Währenddessen kam ein Mann und stellte mir einen schwarzen Plastikbeutel mit zwei gekühlten Flaschen Efes Bier auf den Tisch. Mein Erstaunen erfreute den Mann, er fragte noch mit den Händen, ob ich einen Öffner hätte und verschwand lachend. Ich war schon ein wenig perplex über dieses Geschenk. Für die Internetnutzung war eine türkische Lira zu entrichten, also etwa 50 Cent.

Soviel Freundlichkeit bei den „bösen“ Kurden am heutigen Tag, wer hätte das gedacht. Übrigens, immer wenn klar wurde, wir kommen aus Deutschland, dann wurde die Freundlichkeit größer. 

Besichtigung Diyarbakir

Die Nacht war angenehm, aber warm, der Muezzin war nur entfernt zu hören. Die vielen Fahrzeuge der Schnellstraße haben kaum gestört. Das wir heute einen Glückstag vor uns hatten, ließ der Morgen zunächst nicht erkennen. Zunächst wollte ich mit eigens neu gekauften Kompressor den Reifendruck überprüfen. Das klappte nicht, das ebenfalls neue 12-Volt Verlängerungskabel funktionierte nicht. Aber man hat ja noch eine manuelle Luftpumpe mit, aber das Gerät wollte keine Luft produzieren. Sch.... Beim Abschrauben der Ventilkappe an einem inneren Reifen an der Hinterachse löste sich nicht die Kappe, sondern die ganze Ventilverlängerung. Das Ding wieder aufzuschrauben brauchte einige Versuche und Geduld, das bei bereits knapp 30 Grad. Aber an der Tankstelle lag ein Reifenprüfgerät, alle 6 Reifen wurden geprüft. Anschließend ließ sich eine Radkappe nicht montieren, der Sicherungsring war herausgesprungen. Der Schweiß lief bereits in Strömen. Dann war alles erledigt, puh, das T-Shirt klebte am Körper, erst mal unter die Dusche.

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Wir kannten uns ja jetzt aus, über den Abzweig zur Universität die Altstadt von unten angefahren und sofort am Straßenrand einen Parkplatz an der gewaltigen Stadtmauer gefunden, so ein Glück.

Also los, durch ein Tor der Stadtmauer aus schwarzen Basaltsteinen in die Innenstadt, schon liefen uns die Kinder nach, Money, Money?

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Kaum waren wir auf der Einkaufsstraße wurden wir in Deutsch angesprochen, schnell entstand ein Gespräch mit dem Mitdreißiger. Er schätze übrigens die Einwohnerzahl von Diyarbakir bereits über eine Million ein, ein Ergebnis der Landflucht während der kriegerischen Auseinandersetzung der Kurden (PKK) mit der türkischen Armee.

Was wir denn sehen wollen? Ach, wir haben gerade angefangen und sind noch auf der Suche. Kommt mit, ich zeige euch alles. Wir schlenderten los, schauten in die wunderschöne restaurierte Karawanserei „Hasan Pasa Hani“, die Lädchen, Restaurant und ein Teehaus beherbergt, in der wir später einen Tee tranken.

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Dann die „Ulu Cami“ Moschee mit christlichen Beginn aus dem 5. oder 7. Jahrhundert, die derzeit renoviert wird.

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Ein Besuch in einem etwas versteckt liegenden, beschaulichen Museum, dass zum Teil dem Dichter „Taranci Sahit Sitki“ gewidmet war, der 1910 geboren wurde und bereits 1956 in Wien verstarb. Der etwas makaber anmutender “Entlassungsbericht” in deutscher Sprache war hier zu lesen.

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Diese Damen ließen sich bereitwillig fotografieren ...

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Dann in den großen Basar, der den Alltagsbedarf der Einheimischen deckte, einmal mehr ein Erlebnis.

Der Käsemarkt bot der Nase einen besonderen Duft, ganz im Gegenteil zu den herrlichen Düften der Gewürze im Basar, die der Nase eher schmeichelten.

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Die Moschee mit dem separaten eckigen Minarett auf vier Säulen hat eine besondere Bewandtnis.

Wenn man siebenmal um eine Säule geht, dann wird einem Glück beschert, lächelte unser Führer, wenn man daran glaubt ... er hat es versucht. Leider ist er mit seinem Textilgeschäft in Mamaris Pleite gegangen.

Aber er wäre gut verheiratet und hätte zwei kleine Kinder, das wäre sein Glück.

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Die einzige christliche Kirche Diyarbakirs „Marpetyun Keldani Katolik Kilisesi“ für nur noch sieben Familien, in einer unscheinbaren Seitengasse, konnte wir erst besichtigen, nachdem unser Führer den Wärter ausfindig gemacht hat.

Ein netter Innenhof, die Kirche selbst renoviert und geweiht. Eine wundervolle Atmosphäre, eine herrliche Stille, sehr schön.

Am Ausgang sprenkelte der Wärter ein wenig Rosenwasser auf die Hände, freilich gegen ein kleines Trinkgeld. 

Natürlich bestiegen wir einen Turm der 5 Kilometer langen Stadtmauer aus schwarzen Basaltsteinen und schauten auf „Mesopotamien“, dem Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris, nahe an der syrischen Grenze. In der Ferne die Römerbrücke über den Tigris, die noch funktionstüchtig in zehn Bögen den Fluss überquert. Die heutige Bauausführung stammt aus dem Jahr 1065.

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Diese Kinder spielten solange mit lauten Gejohle mit dem Wasserschlauch, bis der Besitzer auftauchte und sie verscheuchte.

Nun führte uns der freundliche Mann in das Geschäft eines Freundes, den er seit 17 Jahren kennt. Wir bekamen Tee und Mineralwasser angeboten. Das kleine Geschäft lag an einer kleinen Passage, die zu einem luxuriösen Hotel gehörte.

Dann wurden die handgeknüpften kurdischen Teppiche ausgebreitet, sehr schöne Stücke dabei. Wir ließen uns konsequent nicht auf ein Feilschen ein, alles kein Problem, wir wurden dennoch sehr freundlich verabschiedet.

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Mein Wunsch wurde noch erfüllt, in einer Schreinerei einen Hocker für 7 TL als Souvenir gekauft, die in ähnlichen Ausführungen zu Hunderttausenden in den einfacheren Teehäusern und in den Basaren genutzt werden.

Nach rund 3 Stunden informativer Führung bedanken wir uns mit einer Einladung zum Mittagessen, ein typisches Restaurant in einer Seitenstraße verpflegte uns vorzüglich, reichlich und preiswert. Der gute Mann griff ordentlich zu, seinen Vornamen haben wir leider nicht behalten. Er wird uns einfach als „Ahmed“, eine der häufigsten islamischen Vornamen, in bester Erinnerung bleiben. Mit den besten gegenseitigen Wünschen verabschiedeten wir uns. War das nicht ein Glückstag?

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Beim herausfahren aus der Stadt sahen wir eine “Töpferei” am Straßenrand, hier wurden Öfen hergestellt. Weiter ging die Fahrt nach Sanliurfa. 

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