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Cakraz - Kurucasile - Cide

Der Muezzin weckte uns um 5:30 Uhr, aber nach seinem Gesang fielen die Augen wieder zu. Das haben wir auf unserer Reise immer wieder erleben „dürfen“. Heute erwarteten uns schmale und kurvenreiche Landstraßen. Ein erster Halt in Cakraz, ein durchorganisierter Touristenort mit einem “Traumstrand” in einer kleinen Bucht.

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Für das Parken knöpfte man uns 4 TL ab, selbst am Strand wurde „Eintritt“ verlangt, wir verziochteten. Der kleine Campingplatz war für unsere Mobile unerreichbar.

Nein Danke, nach kurzer Besichtigung der Promenade mit vielen Restaurants und Kauf von frischem Brot machten wir uns von dannen, Berg auf, Berg ab führten uns die kleinen Straßen.

Zwischendurch ergaben sich immer wieder fantastische Ausblicke auf das Meer. Unsere Hoffnung auf einen Tag am Strand hat sich heute leider nicht erfüllt. Kein Sandstrand mehr in Sicht, soweit das Auge reicht!

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Im Hafen von Kurucasile verbrachten wir eine ausgiebige Mittagspause. Dieser Ort ist bekannt für den Bau von Fischkuttern, die in traditioneller Art aus Holz gebaut werden.

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Selbst am Sonntag wurde fleißig gearbeitet.

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In einer Fabrikationshalle konnten alle Stadien des aufwendigen Schiffbaus bestaunt werden. Immer wieder wurden wir von freundlichen Menschen angesprochen. Weiter ging die Fahrt, unterwegs wurde oft gewinkt, auf dieser Strecke sind Reisemobile scheinbar eher die Ausnahme.  

In der Giderosbucht im Ort Cide fanden wir einen Parkplatz auf einer Wiese direkt am Strand, leider lag sehr viel Müll herum. Im Bereich unserer Reisemobile räumten wir die Abfälle weg, später wurde der Holzkohlegrill aktiviert. Ein Türke fühlte sich bemüßigt, uns dabei zu unterstützen. Die herum streuenden Hunde beäugten uns ständig, ob nicht ein wenig für sie abfällt. Klar, aber schon ging die Keilerei los.

An Baden dachten wir allerdings nicht, denn unser Reisefreund Kalle hat knapp 15 Grad gemessen … brrr. Über dem Wasser war zeitweise eine dichte Dunstschicht zu beobachte, die einen in der Bucht geankerten Frachter als „Geisterschiff“ erscheinen ließ.

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Es zogen immer mehr Wolken auf, ein kurzer Schauer mit einigen Hagelkörnern prasselte auf die Mobile. Später kamen junge Leute mit ihren Autos an den Strand und unterhielten uns immer wieder mal mit lauter türkischer Musik.

Am Abend knallten des öfteren Feuerwerkskörper. In der Nähe war eine Art Gemeindehalle, am heutigen Sonntagabend heizte dort eine Liveband für eine Hochzeit am letzten Tag des dreitägigen Zuckerfestes (Şeker Bayramı) ein.

Ein unruhiger Abend, der aber bereits gegen 23:30 Uhr endete und es folgte eine ruhige Nacht.

Inebolu - Kastamonu - „Ilgaz Dagi Milli Parki“

Am nächsten Morgen regnete es wieder, die Begeisterung hielt sich in Grenzen. Auf in die Berge, wieder eine schmale kurvenreiche Straße, die jeder Krümmung der Hügel folgte. Der Dieselverbrauch stieg in unanständige Regionen, denn die 5 Tonnen mussten ständig die Steigungen hoch gewuchtet werden. Für unserer Mittagspause in Doganyurt erwies sich der Wettergott gnädig, es war trocken und ein kurzer Stadtbummel war möglich. Viele Geschäfte für den täglichen Bedarf, ein Fladenbrot mit einem Loch in der Mitte wechselte den Besitzer.

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Der Muezzin ruft und kaum einer geht hin? Der Gottesdienst war zuende, fast nur ältere Männer kamen aus der Moschee. Aber die Teestube war gefüllt ...

Ab auf die Landsttraße, schon hatte der Regen uns wieder. Unser Endziel für den heutigen Tag sollte Inebolu sein. Das schlechte Wetter verschönerte den öden Kiesstrand nicht und lud auch nicht zur Besichtigung der Altstadt ein.

Also weiter ins Landesinnere Nordanatoliens, nach Kastamonu. Die Ko-Pilotin lotste uns mitten durch die Stadt, wir quälten uns durch den Feierabendverkehr. Abenteuerliche Fahrstile egoistischer Kamikazefahrer ließen uns staunen. Es wurde gedrängelt, neue Spuren aufgemacht, da hieß es Ruhe bewahren. Rücksicht auf Ausländer? Nein im Gegenteil, die heimische Überlegenheit wurde voll demonstriert.

Weiter ging die Fahrt durch das Hochland, dann folgten wir einer Gebirgsstraße zum dicht bewaldeten Nationalpark „Iihaz Dagi“. Großes Glück, eine kleine Raststätte in rund 1.700 Meter Höhe, oberhalb der Straße gelegen bot sich zum Übernachten an.

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Eine kleine Gaststube, in der zwei Frauen Gözleme (dünne „Pfannekuchen“) unterschiedlich belegt, perfekt auf offenem Feuer backten. Drei verschiedene Sorten wurden uns kredenzt, Tee und Ayran (Trinkjoghurt) als Getränke runden den Genuss ab. Es war angenehm warm in dem runden Raum, draußen herrschten nur noch 12 Grad plus. Wir waren nach der langen Fahrt zufrieden, auch wenn ein kleiner Touristenzuschlag fällig wurde.

Aber dafür konnten wir dort auch bestens übernachten.   

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