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7 Tage Bus-Rundreise Türkei

Flagge Türkei

Unsere Tageszeitung, die “Westdeutsche Allgemeine Zeitung” (WAZ) bot eine “Leserreise” an. Veranstalter Big Xtra Touristik GmbH.

Eine Flugreise für 78 Euro pro Person, Unterkunft, Busrundfahrt und noch vieles gratis!

Was erwartet uns als eingefleischte Reisemobilisten? Nun, für den Preis können wir uns gar nicht ärgern, Einige Verkaufsveranstaltung sind natürlich dabei, aber keine (für uns) Pflicht. Wir lassen uns einfach überraschen und sehen diese Rundfahrt als eine “Spähfahrt” für unsere geplante Tour mit dem Reisemobil.

Reisebericht Türkei Rundreise

Diese ausgesprochen preiswerte Reise der WAZ-Gruppe soll uns in die Türkei entführen. „Wo Wunder wahr werden: Kommen Sie mit uns in da Märchenland Türkei“, so der Titel der Reisebeschreibung. „Die Türen sind geöffnet: Treten Sie ein in ein einzigartiges Land zwischen Orient und Okzident. Kommen Sie mit uns auf eine Reise zu Jahrtausende alten, antiken Stätten. Bewundern Sie die majestätische Landschaft und nutzen Sie die unzähligen Unterhaltungs- und Einkaufsmöglichkeiten. Folgen Sie uns in ein unvergessliches Erlebnis.“ Ganz schön dick aufgetragen!

Die Leistungen lasen sich nicht schlecht: Rundreise in modernen, klimatisierten Reisebussen mit Übernachtungen in 4-Sterne-Hotels und einem Thermalhotel mit „reichhaltigen Büfett-Frühstück und “spektakulärer Gala-Abend 1001 Nacht”, ein “umfangreiches Wellnesspaket“ im Wert von 100 Euro, Eintrittsgelder für 80 Euro, deutschsprachige Reiseleitung, Reisepreissicherungsschein, Flughafentransfer. Das für unglaubliche 78 Euro pro Person … wir sind gespannt. 

Informationen über die Türkei bei Wikipedia - Links im Text verweisen jeweils auch auf Wikipedia.

Erster Tag - die Anreise

Montag, am 12. Januar 2009 trafen wir pünktlich zwei Stunden vor dem Abflug am Dortmunder Flughafen ein . Schön übersichtlich, so ein „Provinzflughafen“. Nach kurzer Wartezeit zum einchecken wurden uns sogar Fensterplätze in der Boeing 737-800 angeboten. „Danke, warum nicht.“ Fast pünktlich hob der ausgebuchte Flieger des türkischen SunExpress kurz nach 19 Uhr ab. Eine kalte Mahlzeit sowie zwei Kaltgetränke, natürlich alkoholfreie, wurden immerhin angeboten. Die Flugzeit von etwas über 3 1/4 Stunden mit etwa 3 .000 Kilometern nach Antalya verflog im wahrsten Sinne des Wortes im Fluge. In dieser Zeit ist das Hattinger Reisemobil maximal in der Frankfurter Gegend. 

Bei der Ankunft in Antalya Flughafen empfingen uns heimatliche 5 Grad. Dort sollte „uns der freundliche Reiseleiter von BigXtra erwarten und die Gruppe ins Hotel führen.“ Die Landung erfolgte wegen einer Stunde Zeitverschiebung gegen 23:20 Uhr. Die Formalitäten waren sehr schnell erledigt, unsere Reisepässe wurden flott abgescannt und ein Stempel auf eine Seite geknallt, ab zum Gepäckband. Nun ja, zum Bus haben wir auch ohne Reiseführer gefunden, vor dem Flughafen war ein Stand von BigXtra, hier wurden unsere Namen abgefragt und die Nummer 179 des Busses zugeteilt, die uns während der gesamten Rundfahrt treu blieb. Im Bus begrüßte uns dann doch ein Reiseleiter, der angesichts der ernsten (müden) Gesichter daran erinnerte, sie hätten doch Urlaub.

Wir hatten es verdrängt, aber keine Gnade, angesagt wurde der morgige Start um 8 Uhr, gestiefelt und gespornt mit Gepäck an der Rezeption. Das feine „IC Hotel Airport“ lag keine 5 Minuten vom Flughafen entfernt, bereits um 24 Uhr hiesiger Zeit (eine Stunde vor) saßen wir in dem angenehmen Zimmer. Das Netbook empfing sogar ein kostenloses Drahtlosnetzwerk, was dazu verführte noch schnell e-Mails abzurufen.

Zweiter Tag - Antalya - Fethiye

Wir treten ein durch das „Tor zu Europa und Asien“. Fahrt entlang der malerischen Küstenstraße nach Demre. Hier besuchen wir den heiligen Nikolaus in der Grabeskirche des legendären Bischofs. Weiterfahrt entlang verschwiegener Buchten und entlang des imposanten Taurus-Gebirge in das malerische Hafenstädtchen Fethiye. Unterwegs treffen wir auf zahlreiche lykische Felsengräber. Übernachtung in der Region Fethiye oder Dalaman.“

Die Nacht war ruhig, aber kürzer als wir wollten, das Handy war um 6:30 Uhr zum Wecken bereit, aber die automatische Weckanlage des Hotels beendete den Schlaf bereits um 6 Uhr. Aber da muss man durch, wenn man eine Rundreise bucht. Das Frühstück war reichhaltig, wenn auch das Personal nicht immer mit dem Nachschub klar kam.

Unterwegs stimmte uns der zunächst etwas unfreundlich wirkende Reiseleiter Hayati Korucu auf die Rundreise ein. Erst einmal gab es ein wenig Schelte, das Hotel hätte sich beschwert, die Gäste hätten von dem Frühstück Verpflegung eingepackt, das wäre verboten!! Dann lamentierte Hayati, der Germanistik studiert hat, dass er jetzt Geld für das Essen organisieren muss, früher wäre das im Reisepreis enthalten gewesen.

Seine Werbung für das Essen („Diät machen können Sie zuhause“) war ein wenig aufdringlich. Mehrfach hat er darauf verwiesen, bei dem Reisepreis benötigt „das System“ den Verkauf der Essen. Es wäre nötig „um das System zu erhalten“, der moralische Zeigefinger war unübersehbar. Dennoch haben nur einige das Mittagessen für 10 Euro gebucht. Auch wir haben uns nur für die Abendessen für 15 Euro pro Person entschieden, die Information schon an dieser Stelle, das haben wir nicht bereut.

Hayati Koruco

Antike Stadt Myra

Bereits zur Abfahrt der 9 Reisebusse hatten wir blauen Himmel, so konnte für heute nichts schief gehen. Unser weißer Mitsubishi Bus war zwar mit seinen über 362.000 Kilometern Laufleistung nicht mehr der allerneuste, aber im akzeptablen Zustand. Sicherheitsgurte standen leider nicht zur Verfügung.

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Unser Reiseleiter, Hayati Korucu war ein staatlich geprüfter „professioneller Tourist Guide“ und Angestellter des Tourismusministeriums. Also stand die Abkürzung Prof. auf seiner Visitenkarte nicht für Professor, sondern für professionell. Der Spruch auf seiner Karte: „Lebe Dein Leben, Du hast nur eins!“, eine Weisheit, der man nicht widersprechen kann.

Zunächst rollten wir entlang der Küste nach Myra, die aus Reisemobilsicht etwas enttäuschte, keine freien Stellplätze in Sicht. Die Dieselpreise lagen um die 1,20 Euro, nicht nur für die hiesigen Verhältnisse teuer!

In Myra besichtigten wir zunächst die lykischen Felsengräber und ein gut erhaltendes römisches Theater. Der Ort wurde bereits in der Antike gegründet, im 5. Jahrhundert v. Chr. Entspannt konnten wir durch die Ruinen schlendern.

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Zunächst schlängelten wir uns allerdings an zahlreichen Souvenirständen vorbei, bis sich ein herrlicher Blick auf die beeindruckenden Felsengräber auftat.

Es war zwar ein wenig frisch, aber in der Sonne ließ es sich aushalten. 

 

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Der blaue Himmel und blühende Blumen steigerte die Laune immens.

Die in dieser Gegend häufig zu sehenden Gewächshäuser reichten bis an die Ausgrabungsstätte heran.

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Das römisches Theater und die Felsengräber von Myra zeugten von einer alten Kultur.

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Nikolauskirche in Myra

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Wer hätte das gedacht, der hl. Nikolaus hat hier bis zu seinem Tod am 6. Dezember 350 gelebt.

Die Gebeine wurden von Kaufleuten im Mittelalter nach Bari (Italien) überführt, wo sie noch heute zu finden sind.

 

 

Den zerstörten Sarkophag konnten wir hinter einer Glasscheibe besichtigen. Die Kuppelkirche für den „St. Nicholas“ aus dem 8. Jh. hat die Zeit ganz gut überlebt.

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Diese Dame hatte offensichtlich mit dem heiligen Nikolaus nichts im Sinn.

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Unser Führer machte sich das heute einfach, mit den Eintrittskarten in der Hand gab er der Gruppe eine kurze Erläuterung, dann „durften“ wir alleine die Besichtigung durchführen.

Aber eigentlich ist das besser als dem Reiseleiter hinterher zulaufen und mehrfach (meist gelangweilt) den ausgiebigen Erklärungen an den verschiedenen Punkten zu lauschen. Aber so denkt auch nur ein Kunstbanause...

Nach den Besichtigungen wurde das Mittagessen in einem nahe gelegenen Restaurant angeboten, wir bummelten wie andere auch durch die Stadt, kauften Obst und als Grundnahrungsmittel für 8 türkische Lira eine Flasche Rotwein. Die Orangen waren sehr günstig, gut 2 Kilo für 2 türkische Lira, knapp 1 Euro. Später stellte sich heraus, sie waren sehr saftig und ausgesprochen lecker.

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Der restliche Tag verging mit der Weiterfahrt an der Küste des „Mittelmeergebietes“, immer entlang am Taurus-Gebirge, dessen Gipfel sich bis zu 3.200 Meter über dem Meeresspiegel erschwingen. Die Skigebiete würden bald zu bestimmten Zeiten am Vormittag zum Skifahren einladen und Nachmittags springt man ins Meer, so der Reiseleiter.

Landschaftlich erinnerte uns dieser Küstenabschnitt stark an Griechenland, von an der Küste auch mal karg und felsig, bis später hin zu grünen fruchtbaren Ebenen. In zigtausenden von Gewächshäusern werden vorrangig Tomaten für den europäischen Markt gezüchtet, aber auch Auberginen und Gurken.

Die Pausen an den Raststätten entpuppten sich als recht teuer, eine schlichte Tasse Pulverkaffee kostete 2,50 Euro, darauf kann man gut verzichten. Der Euro ist hier die zweite Währung, bezahlt man damit, dann erhält man das Wechselgeld auch in Euro. Diese Art und Weise ist für mich wenig verständlich, die Türken sind mit Recht sehr stolz auf ihr Land, dann sollten Sie ihr Geld als erste Währung auch in den Touristengebieten durchsetzen. Aber fast alle Teilnehmer dieser Rundreise hatten nicht eine türkische Lira im Portmonee.

Zwei türkische Lira (TL) sind laut heimatlichen Umrechnungskurs 0,95 Euro. Bezahlt man wie wir in TL, dann wird es oft etwas günstiger, Beispiel Toilettennutzung 0,50 Cent oder 0,75 TL, aber selbst wenn 1 TL verlangt wird, ist der Preis durch den Kurs etwas günstiger.

Raststätte
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Unterwegs sahen wir zahlreiche kleine und größere Moscheen, die mit bis zu 6 Minaretten ausgestattet waren, je nach Reichtum der dort ansässigen gläubigen Moslems. Der Muizim ruft seine Gläubigen fünf Mal täglich zum Gebet. Er überträgt seine Rufe live per Lautsprecher. Über 97% der Türken bekennen sich zum Islam. Unser Reiseleiter glaubt übrigens auch an „Kismet“, dass heißt, das Schicksal hat alles vorbestimmt. Gut zu wissen, also man kann jeden Humbug bauen, es lässt sich eh nicht vermeiden? Oder habe ich da was falsch verstanden?

Unser älterer Busfahrer Hanif lenkte uns gelassen und sicher über die zum Teil kurvigen, aber weitgehend guten, oft mehrspurigen Straßen, die zunächst an der Küste vorbei führte. Er bremste sogar für Ziegen, die hin und wieder die Straße kreuzten. Der Busfahrer bekommt übrigens kein festes Gehalt, er lebt von dem Verkauf der gekühlten Getränke in dem Bus und vom Trinkgeld. Die 0,5 Liter-Flasche stilles Wasser kostete z.B 50 Cent, eine Dose Cola 1 Euro, kein Problem auf diesem Wege für den Unterhalt seiner Familie beizutragen.

Heute schien sehr angenehm die wärmende Sonne, die allerdings gegen 17 Uhr hinter Wolken verschwand.

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Der Reiseleiter Hayati erfreute uns während einer Pause mit „Baklava“ (eine Art Pastete mit Mandeln und Pistazien), sehr lecker, die er ausschließlich bei einer bestimmten Konditoreikette kauft.

Während eines kurzen Fotostopps konnten wir einen wunderschönen Blick auf die Küste werfen, mit der vorgelagerten Insel „Kekova“. Dort liegt die versunkene Stadt „Batik Sehir“, die nur drei Meter unter der Wasseroberfläche liegt.

In der Saison fahren reichlich Touristen mit großen Holzbooten zu diesen bis zu 2.000 Jahren alten Unterwasserruinen.

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Gegen 18 erreichten wir nach rund 300 Kilometern das Gebiet von Fethiye, das Rundreisehotel “Holiday Village Dreamhotel“ lag weit draußen am Ortsrand von Mugla und überraschte mit einem netten fast maurisch wirkenden Baustil und warmen elektrisch vorgeheizten kleinen, aber durchaus gemütlichen Zimmer.

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Eine Möglichkeit in der Nähe in Restaurants zu speisen war nicht vorhanden, aber wir hatten ja jetzt sowieso das Abendessen dazu gebucht. Das schlichte, aber typische wirkende Buffet war ausgesprochen reichlich, insbesondere eine große Auswahl an Salaten und Vorspeisen bot sich dem staunenden Auge.

Das Restaurant wurde zusätzlich von einem offenen Kamin beheizt. Die Getränkepreise waren allerdings nicht günstig, ein Gläschen Rotwein aus der Region immerhin 3,50 Euro, eine Flasche ab 16 Euro. So probierten wir das leckere türkische Bier Efes, was es für 3 Euro in einer 1/2-Liter Flasche gab. Das Essen war viel zu gut, der Autor probierte sich zufrieden und zu reichlich durch alle Vor- und Hauptspeisen. Nach dem Essen verzog sich die Gruppe in ihre Zimmern, denn morgen früh ist wieder um 6 Uhr wecken angesagt. 

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