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Die Anreise über Nordpanien und Portugal

Algeciras - Tanger Med

Etwa eineinhalb Stunden vor der Abfahrt standen wir im Hafen von Algeciras in der Reihe der Fährlinie Balearia. Eine freundliche junge Frau sammelte die Tickets und die Pässe ein, wenig später brachte sie das Eincheckticket. So blieb noch genügend Zeit zum frühstücken. Übrigens, bei Carlos wurden wir von „cleveren“ Einweisern gewarnt, die die Papiere gegen Gebühr überprüfen. In der Tat, gleich zweimal winkten während der Zufahrt heftig zwei Figuren, man kann es ja mal versuchen...

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Das Einschiffen verlief völlig entspannt, die Fähre war maximal zu einem Drittel ausgelastet.

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Eine leichte Verspätung ergab sich, weil die beiden Hafenkameraden gut 10 Minuten verspätet auf ihren Motorrollern anbrausten und dann erst die Taue lösten, während die Motoren des Schiffes bereits „unruhig“ vor sich hin brummelten. So legte das Schiff erst gegen 10:15 Uhr ab. Gleichzeitig klappte der marokkanische Polizist seinen Laptop auf und überprüfte die Ausweispapiere aller Passagiere. Er war mit unseren Papieren zufrieden, ermittelte unsere Regestrierungsnummer und stempelte kraftvoll in den Reisepass die Bestätigung.

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Gegen 11:30 Uhr waren wir im Hafen von Tanger Med, auch hier alles sehr entspannt, nur die Überdachung beim Zoll war von der Höhe recht knapp, aber in der Mitte passte auch unser PhoeniX. Auch hier waren die Papiere für das Fahrzeug n Ordnung, die übrigens als Service im Büro von Carlos ausgedruckt wurden. Na prima, dann hätte ich mich Zuhause nicht mit der marokkanischen Zollseite abquälen müssen, wo man das Formular auch ausdrucken kann. Aber ein Vergleich zeigte, alles richtig gemacht. Der freundliche Zollbeamte schaute einmal in den Kleiderschrank, ups, auch kurz in der Sitztruhe mit diversen Getränken... Nur in die Heckgarage schaute er nicht, gut so! 

Asilah

Unser erstes Ziel war Asilah, der staubige und in diesem Jahr stark vermüllte Parkplatz am Hafen ist auch für Reisemobile erlaubt, eine Übernachtung kostete wie im Vorjahr 50 Dirham. Die beiden Parkwächter kassierten, der andere bekam einige Münzen ab. Hm, vielleicht wurde nur die Parkgebühr eines Pkws mit der Gemeinde abgerechnet? Inschallah...

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Direkt neben unserem Mobil lagen drei Dromedare mit einem Jungtier, diese standen am heutigen Sonntag zum Vergnügen der Einheimischen gegen ein paar Dirham zur Verfügung, einmal drauf setzen mit viel Palaver, Fotos mit dem Smartphone schießen und fertig. Später formierten sich die Tiere zu einem schönen Foto, das ist doch sensationell, das zweiköpfige Dromedar vor unserem Mobil... Erst zum Abend gesellte sich ein zweites und drittes Reisemobil zu uns, ein Franzose und ein Pole.   

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Natürlich erfolgte ein Spaziergang durch die idyllische weiße Medina von Asilah. Der Ort hat eine lange Geschichte, bereits unter den Phöniziern als Silis bekannt . Irgendwann von den Portugiesern erobert, die Spanier mischten später auch mit.

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Wir bummelten vorbei an den mächtigen Festungsmauern bis zum Ende des Ortes, von hier ein toller Blick auf die Stadt und auf das Meer. Bekannt ist Asilah wegen der Künstler, die hier leben und die Wände vieler Häuser gekonnt bemalt haben. In diesem Jahr sind etliche neue Kunstwerke entstanden, ein erfreulicher Anblick. Viele junge Paare flanierten durch die Gassen, mit Kleinkind, ohne Kleinkind, noch...

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Am Abend dröhnte die Musik von dem nahegelegenen kleinen Rummel, die aber zu einer moderaten Zweit endete. Na prima, aber gegen Mitternacht krakelte ein stark betrunkener junger Mann seinem Begleiter schreiend seinen Weltschmerz heraus, irgendwann verschwanden die Beiden. Noch im Morgengrauen durchquerten einige Autos hupend den Ort, wenig später kreischte eine Katze anhaltend. Vermisst haben wir den Ruf des Muezzin, der wäre im Vergleich zu der erlebten Geräuschkulisse eine Wohltat gewesen.  

Moulay Bousselham

Die erste Etappe ist gesetzt, die rund 90 Kilometer nach Moulay Bousselham fahren wir doch Landstraße. So weit, so gut, bis zur einer Umleitung. Die Straße war teilweise marode, streckenweise sogar Piste. Aber immer schön vorsichtig gefahren, kein Problem.

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Die Durchquerung der Stadt Ksar-el-Kebir war eine erste kleine Herausforderung. Zwar erkannten etliche Menschen unseren Gruß Salem aleikum auf dem Alkoven und reagierten freundlich, aber das Gewusel auf den Straßen war schon heftig, eigentlich hätte man sechs Augen haben müssen. Was sich auf den Straßen so alles tummelte, Fußgänger, Radfahrer, Lastkarren, Eselskarren, dreirädrige Kleinlastfahrzeuge voller Menschen, Mopeds, Autos, Busse, Lastwagen.. . alles quasi gleichzeitig. Eine Beschilderung der Fernstrecke im Innenstadtbereich war nicht vorhanden, aber nur einmal im Kreisverkehr gewendet, dann erkannte Frau Garmin zumindest die örtliche Hauptstraße wieder. Eine gewisse Erleichterung machte sich breit, als der Ort durchquert war. Wir kennen solche Situationen zwar, das ist eben Marokko pur, aber heute kam das ein wenig unerwartet.

Der Campingplatz Atlantis Gate in Moulay Bousselham liegt direkt an einer großen Lagune, da der Platz quasi leer war, standen wir „in der ersten Reihe“ mit Blick auf das Wasser und den vielen Fischerboote. 80 Dirham pauschal mit Strom, den wir “verschenkt” haben und leises plätschern der Wellen gratis, sogar eine ordentlich Ver- und Entsorgungsanlage. Nur der Wasserhahn hatte kein Gewinde, aber dafür hat Gardena ja den “Wasserdieb“ erfunden.

Bei den folgenden drei Bildern war leider der Programmschalter an der Lumix 70 verrutscht.

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Na ja, die Sanitäranlage hat eine marokkanische 3- verdient, warmes Wasser gab es zu dieser Zeit nicht mehr. Aber als Pferdetränke... Das Restaurant gab es 2005 noch nicht, jetzt (gebaut wann?) sah das an sich schön konzipierte Gebäude doch schon heruntergekommen aus. Bald verschwand die Beifahrerin auf der Sonnenliege, während diese Zeilen entstanden. Am Nachmittag dröhnten Wasserskiboote (diese Geräte, die einen hohen Wasserstrahl hinter sich ziehen) über die Lagune, das macht ja offensichtlich Spaß, wenn die Dinger nur nicht so laut wären. 

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Am Abend schlenderten wir den Ort hinauf, nach unserer Erinnerung aus dem Jahr 2005 ganz am Ende eine beschauliche Medina und einige kleinere Restaurants. An den ersten drei Restaurants stürzten drei Kellner fast gleichzeitig mit der Speisenkarte in der Hand auf uns, freundlich lehnten wir ab. Siehe da, fast am Ende der Häuserzeile, hinter dem Eingang zum Markt, ein von Einheimischen gut besuchtes Restaurant, hier keine Anmache, die wir grundsätzlich nicht mögen. Die Fischplatte für 70 Dirham pro Person war ausgezeichnet und reichhaltig.

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