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Dünen Kamele Bimobil

Dieses Bild ist am 1. Januar 2017 entstanden

Eine Idee reifte über viele Monate, den Jahreswechsel in Marokko am Rande des Erg Chebbi zu verbringen. Am 25. Dezember startete unser Bimobil Richtung Paris und kam nach 785 Kilometern auf dem kostenlosen Stellplatz in Vouvray in der Nähe von Tours zur Ruhe. Hinter Paris teilweise auf gut ausgebauten Nationalstraßen gefahren, daher hielt sich die Maut (in der „hochpreisigen“ Klasse 3) mit 46,80 Euro im Grenzen. Ein stetiger Nieselregen bei Plustemperaturen begleitete die Fahrt, aber nicht wie befürchtet Schnee und Eis auf der Straße. Auch der nächste Tag brachte vom Wetter nichts anderes, nach weiteren 854 Kilometern übernachteten wir in Spanien, in Frankreich haben wir den Mautrittern insgesamt noch mal 39,80 Euro „gespendet“. Übernachtung in Torquemada, auf dem Stellplatz mit dem schönen Namen „Santa Cruz“, auch hier kostenlos. Ein interessanter mittelalterlicher Ort, aber es half nichts, weiter ging am nächsten Morgen die Fahrt, bei vormittags kräftigen Nebel und Temperaturen um die 0 Grad. Später kam die Sonne durch und es wurde immer wärmer. In Spanien lange Strecken mautfrei auf besten Autobahnen, insgesamt nur 25,61 Euro an Maut bis zum Ziel Los Barrios, nach weiteren 833 Kilometern.

Im Buchungsbüro „Viajes Normadie“, auch bekannt unter Carlos, konnten für den nächsten Tag, den 28. Dezember um 10 Uhr eine Fähre der Linie Balearia für 200 Euro hin und zurück buchen. Wie im Vorjahr gab es ein Präsent in Form einer Flasche Wein und einem Kuchen dazu. Übernachtet haben wir mit einigen anderen Reisemobilen auf der Straße vor dem Büro, was zwar toleriert wird, aber wegen der Lärmbelästigung nicht empfehlenswert ist. Eigentlich hätten wir es besser wissen müssen, ein etwas ruhigerer Übernachtungsplatz bei der Supermarkt-Kette MERCADONA liegt in der Nähe. Rechtzeitig nach dem Volltanken mit „feinem“ Diesel fanden wir uns am nächsten Morgen im Hafen von Algeciras ein und konnten zunächst in aller Ruhe unser Frühstück einehmen. Das Einschiffen war problemlos, einen 1A Stellplatz zugewiesen bekommen. Allerdings legte die Fähre erst um 11 Uhr ab, rund 1 ½ Stunden später erreichten wir den Hafen von Tanger Mediterran, dunkle Wolken begrüssten uns. Die Abfertigung verlief mit einer guten halben Stunde zügig, der freundliche Beamte verzichtete auf eine Durchsuchung des Mobils. Schnell noch das erste Geld getauscht, dann prasselte ein Regenschauer während der Mittagspause auf das Mobil, die wir noch im Hafengelände absolvierten.

Meknes

Ab auf die Autobahn Richtung Rabat, unterwegs blies teilweise ein heftiger Wind, aber der Regen lies nach, die Sonne kam durch. Bei Rabat eine kleine Abkürzung über die Landstraße auf die Autobahn nach Meknes. Immerhin wurden für die 388 Kilometer 198 Dirham an Maut verlangt, ca. 19 Euro. Schön, unterwegs auf der Autobahn eine Total Tankstelle, die die Dieselqualität Excellium führte, die der anspruchsvollen Abgastechnik des Sprinters gerecht wurde. Fleißige Helfer wienerten die Frontscheibe, natürlich gegen ein kleines Bakschisch. Allerdings soll der Standard Diesel, der als „Gasoil 10“ seit Anfang 2016 in Marokko durchgängig angeboten wird, mit einem maximalen Schwefelgehalt von 10 ppm auch der modernen Abgastechnik gerecht werden, aber man gönnt sich ja sonst nichts. In Meknes fanden wir Dank Frau Garmin schnell den uns bekannten Parkplatz unweit der Medina, durch die wir am späten Nachmittag bummelten. Am Abend tauchte eine Gruppe von 16 Reisemobilen aus Italien auf. Ein kleines „Restaurant“ in den Tiefen der Medina, empfohlen von einem Marokkaner, verpflegte uns ordentlich, vier lustige Amerikanerinnen sassen bei uns. Allerdings waren die Preise ein wenig den Touristen angepasst, aber noch in Ordnung.

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Am nächsten Morgen verhandelten wir die Parkgebühr für den teilweise vermüllten Parkplatz, denn die verlangten 50 Dirham waren deutlich überzogen, in den Jahren davor zahlten wir 30 Dirham. Nachdem wir klar gemacht haben, wir kommen nicht mehr wieder, war man mit 40 Dirham einverstanden. Ab auf die gut ausgebauten Landstraßen, die Überquerung des mittleren Atlas über Azrou bis auf 2.178 Meter brachte uns eine herrliche Schneelandschaft bei Sonnenschein. Die Straße war vor Weihnachten sogar wegen der heftigen Schneefälle gesperrt. Jetzt konnte man sich sogar von einem Esel samt Schlitten einen Hügel hinauf tragen lassen und dann mit dem Schlitten hinuntersausen.

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Erg Chebbi

Die Fahrt durch die beeindruckende Landschaft wurde neben den Pausen nur durch den Besuch zweier Totaltankstellen mit Excellium unterbrochen, auch wenn jeweils der Tank noch nicht leer war. Nach 453 Kilometern erreichten wir mit Einbruch der Dunkelheit unser Ziel, den Campingplatz „Ozean du Dunes“ am Erg Chebbi. Der nette Chef Ibrahim wies uns für einen Nacht ein. Beim obligatorischen Tee wurden die Anmeldeformalitäten erledigt, dann ließen wir uns in seinem Restaurant verwöhnen. Am nächsten Morgen fahren sechs deutsche Reisemobile einer Gruppe, wir können uns dann einen schöneren Platz aussuchen, meinte Ibrahim. Ziel erreicht bereits am 29. Dezember, das hat sich der Autor nicht in den kühnsten Träumen vorgestellt, denn immerhin waren insgesamt 3.313 Kilometer zu bewältigen. In der Nacht sanken die Temperaturen auf 3 bis 5 Grad, tagsüber in der Sonne war es allerdings mit 16 bis 18 Grad einigermaßen angenehm, ein kurzärmliges T-Shirt war möglich. Mit einem Reiseteilnehmer der Gruppe hat der Autor am Morgen ein kurzes Gespräch geführt, er war unzufrieden mit der Reiseleitung, hier am Erg Chebbi reiche ihm ein Tag, einmal auf dem Kamel gesessen ist ja schön, aber was soll man hier? Auf die Frage was denn das nächste Ziel wäre, antwortete der Kollege nach kurzem überlegen, er müsse erst auf den Tourplan schauen. Alles klar, gute Reise. Es ist ja so einfach, ohne sich groß Gedanken zumachen, hinter dem Reiseleiter her zu zockeln... 

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Silvester haben wir ausgesprochen ruhig verbracht, mit einem leckeren Couscous Menü auf „Algerische Art“, eine Suppe als Vorspeise, Obst zum Nachtisch. Vom mächtigen Couscous blieb viel übrig, wir konnten noch eine Mahlzeit davon genießen. Ibrahim hatte sein Restaurant mit Luftballons und LED Lichtschläuchen geschmückt, fanden wir nett. Acht Franzosen und ein britisches Paar mit Kindern saßen ebenfalls im Restaurant. Drei Österreicherinnen, von denen zwei in Marokko lebten, saßen bei uns am Tisch. Nicht erwartet haben wir das Feuerwerk um Mitternacht, das von einer benachbarten Kasbah abgefeuert wurde. Frohes neues Jahr allen!

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Neujahr brachte einen Ausflug über die Dünenpisten mit einigen Sandlöchern, holterdiepolter, aber mit eingeschaltetem Allradantrieb kein Problem.

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Merzouga ist der Ausgangspunkt für Wüstentouren auf Dromedaren, die hier hartnäckig Kamele genannt werden. Aber auch Geländewagen bringen die Touristen in die Dünen des Erg Chebbi, wo in „romantischen“ Berberzelten mit Verpflegung übernachtet werden kann. Unser Standort war das staubige Wüstenkaff Hassi Labiad, das neben einigen Lädchen auch einen großen „Berber Depot“ bietet, wo in verschiedenen Räumen vom Teppichen, traditioneller Kleidung bis zum Schmuck alles mögliche angeboten wurde.

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Ruhige Tage reihten sich aneinander, am späten Vormittag konnten die Campingmöbel ausgepackt werden, in der Sonne war es angenehm warm. Leider entstand neben dem Campingplatz eine Baustelle, eine neue Kanalisation wurde verlegt, Bagger und Lastwagen sorgten zeitweise für eine Lärmbelästigung. Ein Ausgleich waren die ruhigen Oasengärten unter Palmen, ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem versorgte die einzelnen Parzellen.

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Friedhof in der Wüste.

Dann wechselten wir nach Merzouga zum Campingplatz und Auberge „Le petit Princ“, eine nette Anlage. Im kühlen Restaurant verzehrten wir am Abend ganz alleine ein kleines, gut gekochtes Menü. Direkt am Platz war auch ein Ausgangspunkt für Kameltouren, fast neben dem Reisemobil, selbst Japanerinnen schwangen sich jauchzend auf die Trampeltiere.  

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Merzouga mit ca. 5.000 Einwohner, die fast alle vom Tourismus leben, liegt direkt vor den hohen Dünen des Erg Chebbi.

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Wir hatten uns vorgenommen einige Kasbahs am Dünengürtel über die Pisten zu besuchen, Yasmina, Erg Chebbi, Auberge du Sud, Dunes d'Or, hier mit Pool und Springbrunnen, eine tolle Einrichtung, aber auf größeren Andrang ausgerichtet, nix wie weg... An gleicher Stelle war auch die Filmrequisite eines kleinen Flugzeugrumpfs aus dem Film „Der kleine Prinz“ zu sehen. Auch toll, die große Anlage Ksar Sania, aber auch Verleih der lärmenden Quads, die verwaiste Stellfläche in den Dünen für Reisemobile war quasi am Fahrweg. Das gefiel alles nicht so recht, also schnell entschieden, zurück zum Campingplatz „Ozean du Dunes“, wo am Abend eine Tajine nach der Art des Hauses mundete.

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