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Marokko im Frühjahr 2014

Unsere Route - eine Übersicht

Die Anreise erfolgte über Luxemburg nach Frankreich bis nach Seté, zum Fährhafen. In Marokko starten wir in Tétouan (Martil), dann die Mittelmeerküste entlang. Weiter durch den touristisch wenig erschlossenen Osten Marokkos über verschiedene Stationen bis Figuig, einer Oase an der algerischen Grenze. Wir besuchen Thomas Friedrich, der eine Olivenfarm und eine Kleiderkammer unterhält. Weitere Stationen sind Meski und der Erg Chebbi, die schönsten Sanddünen in Marokko. Weiter in den Süden über Tazzarine und Tafraoute. Natürlich auch einige "Klassiker", über Agadir nach Essauria, Marrakech, Meknes und Volubilis nach Asilah.

23. Februar 2014 - Nix wie weg! Hattingen - Metz - Seté (Fährhafen)

Herrliches sonniges Wetter heute morgen, das steigerte die gute Laune. Wasser aufgefüllt, die restlichen Klamotten gepackt und am späten Vormittag rollte unser vollgepacktes Bimobil Richtung Autobahn. Wenig Verkehr, kein Stau an diesem Sonntag und noch schöner, zu dieser Jahreszeit wurde kein Scheibenwischer benötigt! In Luxemburg kurz vor der französischen Grenze nachgetankt, 1,195 Euro sind ja heutzutage günstig. Gegen 17 Uhr erreichten wir nach insgesamt nur 333 gemächlichen Kilometern den kostenlosen Stellplatz in Metz, direkt an der Mosel. Schööön gelegen, immerhin vier Mobile waren da, den „besten“ Platz in der ersten Reihe mit direkten Blick auf den Fluss ergattert, allerdings leicht schräg. Keile? Aber nicht doch, für eine Nacht... Nach der Planung der Route für den nächsten Tag folgte ein kleiner Rundgang durch die Altstadt vorbei an der Kathedrale und weiteren imposanten Gebäuden. Die kulinarischen Angebote reizten uns nicht, aber ein paar leckere Tortellini mit Tomatensauce aus der mobilen Küche sind ja auch nicht zu verachten.   

Stellplatz Metz kl 

Metz - Gervans

Eine frostige Nacht folgte, die Mobile nebenan waren mit einer dicken Reifschicht versehen. Die wärmende Sonne taute die Schichten noch während des Frühstücks langsam weg. Wir hatten uns für den heutigen Tag eine lange Tour vorgenommen, 566 Kilometer ohne Mautstraßen zu nutzen! Mehr als die Hälfte der Strecke war vierspurig, aber auch die zweispurigen Landstraßen ließen sich gut fahren. Allerdings musste der Pilot Geduld aufbringen, denn etliche Orte, insbesondere in der zweiten Hälfte der Strecke. Etwa 84 „gefühlte“ Kreisverkehre mussten durchquert werden. Mit Pausen, Tank- und Einkaufsstopp in einem Hyper U Supermarkt dauerte die Fahrt gut 9 Stunden. Die Strecke führte uns zunächst an der Mosel entlang, weiter durch eine schöne sonnige leicht hüglige Landschaft, bis hinter Lyon. Die Stadt konnte mit rund 50 Kilometer mautfreier Autobahn umfahren werden. Der kleine kostenlose Übernachtungsplatz in einem hügligen Weinörtchen an der Rhone, in Gervans, war mit drei Reisemobilen fast ausgelastet. Für unser kleines 6,6 m Mobil fanden wir noch so gerade eben eine knapp reichende Stellfläche. Gut zu hören, die tiefer gelegene Straße und Eisenbahnlinie... 

Stellplatz Gervans kl

Am Morgen waren wir alleine...

Balaruc-Les-Bains

Die Nachtruhe war dennoch ganz ordentlich, die Sonne kroch bald über den Berg. Gute Laune war angesagt. Duschen, Frühstücken, kostenlos Ver- und Entsorgen und los ging es. Heute waren es nur 254 Kilometer, aber die Kreisverkehre steigerten sich, so „gefühlte“ alle 500 Meter... Aber viel gesehen, entlang der Rhone, oft armselige langgezogene Ortschaften, die nicht zum bummeln einluden. Leider wurden die Wolken immer dunkler, es regnete zunächst leicht, dann ein wenig kräftiger. Aus der Traum, das Mobil sauber auf die Fähre zu bekommen. Das Wetter war jetzt zumindest trocken, aber dicke Wolcken hielten sich am Himmel. So verzichteten wir auf den Strandstellplatz hinter Seté, der ohnehin wegen der nahen Straße und der danebenliegenden Eisenbahnlinie als laut bewertet war. In Balaruc-Les-Bains nahe Seté wurden wir fündig, ein Stellplatz mit Ver- und Entsorgung für 6 Reisemobile, einer von den nicht allzu breiten Plätzen war noch frei, Glück gehabt. Ein kurzer Bummel, um ein Restaurant zu suchen, wurde abgebrochen, leichter Regen setzte ein. Aber im Mobil ist es auch bei so einem Wetter gemütlich.

P1080259 kl

“Kuschelcamper”

Seté Fährhafen

Die Nacht war regnerisch und ein wenig windig. Im Laufe des Vormittags besserte sich das Wetter zusehends, gegen Mittag kam der Mann von der Gemeinde und kassierte 7 Euro. Die Münze für die Wasserentnahme nahmen wir ihm auch ab, ob die mal gebraucht werden kann? Irgendwann packten wir unser Sachen für zwei Übernachtungen auf dem Schiff, vor allen Dingen die Schlafsäcke nicht vergessen, denn die viel genutzten Wolldecken mit einem Bettlaken versehen, behagen uns nicht.

Nach einem letzten europäischen Einkauf bummelten wir die ca. 8 Kilometer Richtung Fährhafen. Um 21 Uhr war die planmäßige Abfahrt der Fährlinie GRANDI NAVI VELOCI mit der „Fantasic“ angesetzt, vier Stunden vorher sollte man sich bereits zum Check-in einfinden, der problemlos verlief. Alles bestens, einen sehr guten Platz auf dem Deck erwischt, unsere Außenkabine 7172 war schnell bezogen. Fast pünktlich um 21:15 Uhr legte die Fähre ab. Den Zahn der Zeit des 1996 erbauten Schiffes nagte an einigen Stellen, auch in der Kabine mit Dusche und Toilette, aber der Teppichboden war neu... alles noch erträglich. Nach einer völlig ruhigen Seenacht stellten wir uns an späten Vormittag bei dem marokkanischen Polizisten an, der mit seinem Laptop an Bord war. Nach einer guten Stunde hatten auch wir unseren Stempel im Reisepass.

Europa Ade kl

Europa ade...

Der Faulenzertag an Bord wurde im großen und ganzen mit lesen verbracht, am Abend gab es akzeptables Essen im Selfservice. Auch die zweite Nacht war angenehm, pünktlich um 9 Uhr erreichten die Fähre die Mole des modernen Hafen Tanger-Med. Jetzt begann die Hektik auf den Fahrzeugdecks, fast jeder wollte der Erste sein. Wir standen eh ganz hinten im Schiff und ließen die Hektik nicht an uns heran kommen. Jetzt noch durch den Zoll, oh je, das dauerte diesmal, mal so, mal so, alles auf französisch. Hin und her geschickt, schließlich drückte ich einem Zöllner meine Papiere in die Hand, alles in Ordnung. Nach der Registrierung kam der gute Mann zum Mobil und schaute in den Heckstauraum. Angesichts der Kisten und Beutel standen wir den einreisenden Marokkanern nichts nach... aber wir konnten ihm glaubhaft machen, das wäre alles für marokkanische Kinder. Also fragte er noch, ob wir ein Motorrad dabei hätten (wo nur???) und ob wir eine Pistole an Bord hätten. Das Entsetzen auf dem Gesicht der Beifahrerin war sehr glaubhaft... Endlich konnten wir nach ca. 3 Stunden aus dem Hafengebiet herausfahren, nachdem wir noch etliche Euros in Dirham getauscht hatten.    

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