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9. Internationales Festival der Nomaden

Bald begannen umfangreiche Aktivitäten, Teppiche wurden ausgelegt, eine kleine Bühne wurde aufgebaut, Stuhlreihen deuten auf eine Vorstellung hin. Musikkünstler stimmten eine Beschallungsanlage ein. Das Rahmenprogramm bestand aus einem Dromedarrennen, wie uns ein gut deutsch sprechender Spanier neben uns erklärte. Wir freuten uns über diesen Glücksfall, denn das war vielversprechend! Das dreitägige Festival der Provinz Zagora hatte heute auch in Mhamid einen Programmteil.

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Ein kleiner Stand mit Schals lockte, ja da lag so ein langer einfarbig blauer Schal, denn man auch nach Nomadenart (wer kennt die Bilder nicht?) um den Kopf binden kann. Eine gute Qualität wurde natürlich beteuert.

Bei 70 Dirham begann das Feilschen, das Gegenangebot lag bei 30 Dirham, bei 45 Dirham haben wir uns schließlich geeinigt. Etwas über 4 Euro war dem Autor der schöne Schal wert.

Aber auch um den Hals getragen macht sich der Schal gut.

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Die vielen offiziellen männlichen Vertreter Mhamids setzten sich geduldig in den Schatten und warteten auf den Gouverneur dieser Region. Die Reiter der Dromedare übten vorab das Rennen und standen immer wieder für Fotos zur Verfügung. Tanz- und Musikgruppen tauchten auf. Ein buntes Treiben entfaltete sich, herrlich anzusehen. Presseleute mit gewaltigen Objektiven an den Kameras fotografierten alles was sich bewegte. Schließlich standen die Künstler Spalier, dekorativ unser Reisemobil mit der daneben stehenden marokkanischen Flagge im Hintergrund. Die Polizei und ein Sicherheitsdienst standen lässig bereit.

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Von der traditionellen Teefirma Sultan wurde aus einem Verkaufs-Lkw kostenlos heißer gesüßter Tee ausgeschenkt, sehr lecker. Nach und nach kamen immer mehr Menschen aus dem Dorf, die Frauen warteten vor dem Camp. Die Kinder versuchten immer wieder ins Camp zu gelangen und wurden genauso regelmäßig wieder verscheucht.

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Für die Kamera trieb dieser Reiter sein Reittier voran. 

Unten posieren für die vielen Fotografen.

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Ein farbenprächtiges Geschehen, stolze Reiter präsentierten sich.

Ein Kamel bekundete laut und deutlich sein Missfallen!

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Endlich, die wichtigen Leute tauchten mit einem Fahrzeugkonvoi verspätet auf, der offizielle Teil konnte nunmehr beginnen. Es machte viel Freude hier zuzuschauen, sogar Säbeltanz und nette Folklore wurde geboten.

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Nach gefälligen Musik- und Gesangsvorführen staubten die Dromendare durch die Wüste. Die galoppierenden Viecher wurden immer wieder mit Stockschlägen abgetrieben, aber wer hat eigentlich gewonnen? Das gesamte Spektakel dauerte fast drei Stunden. Die Honoratioren hielten noch freundliche Reden, die von Filmteams aufgezeichnet wurden. Das mussten ja ganz wichtige Burschen sein, einige schauten auch recht streng und bedeutsam drein. Bis zum Sonnenuntergang ein herrliches buntes Bild, viele Bilder ließen sich auf dem Chip der Lumix bannen.  

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Die galoppierenden Dromedare wurde mal eben von einem Moped überholt...

Ach ja, Energie wird auch hier im Camp gespart.

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Kaum im Reisemobil, da klopfte es, ob wir die Tajine hier serviert haben wollten, ja, warum nicht. Fast hatten wir geglaubt, unsere Bestellung wäre im Trubel des Festivals untergegangen. So bekamen wir eine leckere Tajine mit Hühnchen, Brot und Obst zum Nachtisch in das Reisemobil gereicht. Das war doch nett, so ein Tajineservice! Da lässt man doch auf freundliche Nachfrage gerne mal eine Dose Bier für den Service springen. Eine herrliche Ruhe kehrte wenig später ein, die Nacht war angenehm.

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Nach dem Frühstück erst mal bei den Inhabern des Camps Tee getrunken und über eine 4X4 Fahrt bis zum Erg Chigaga verhandelt, von Mhamid noch rund 50 Kilometer entfernt. Es wurde ein Tagesausflug angeboten, von 10 bis ca. 16 Uhr mit Mittagessen, bis zu den hohen Dünen des Erg. Zunächst waren wir bei 1.600 Dirham, dann bei 1.400, dann frei Camping dazu. Nein Danke, wir überlegen noch.

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Einer der Brüder lieh dem Autor sein Modem von Maroc Telecom, schnelles Internet, bestens. Kosten 10 Dirham und eine Dose aus Alu von Zuhause. Mittags gab es überraschend ein frisch gebackenes gefülltes Fladenbrot von der Mutter, super lecker. Ein echtes Wohlfühlerlebnis hier im Camp.

Der Spanier neben uns jammerte am Vormittag, es gäbe im ganzen Ort kein Strom, der arme Kerl. Später klappte es wieder, wir trauten unseren Augen kaum, er stellte in den Sand eine kompakte Waschmaschine auf und Muttern wusch eine Maschine nach der anderen. Als nach Stunden die Aktion beendet war, war man so fertig, ab in das Reisemobil und die Klimaanlage angemacht. Leute gibt es...

Wir haben immer wieder in die Weite der Wüste geschaut, ärgerlich die fliegenden Plastiktüten, schön das einsam schreitende Dromedar.

Wir erlaubten uns einer faulen Tag, der Autor hackte im Internet herum, die Anvertraute las. Gegen Abend kam wieder unser Essensservice, heute gab es gegrilltes Hähnchen, Salat, Brot und Obst. Gut dass wir im Mobil gegessen haben, denn das Hähnchen war nicht durch gegrillt. Ab in die Pfanne, Deckel drauf und ordentlich durchgebraten, aber lecker war es doch. 

Dann neue Verhandlungen für einen Ausflug, bei 1.000 Dirham (etwa 90 Euro) haben wir zugesagt. Dafür haben wir ein Fahrzeug mit Fahrer für uns alleine und sind etwa 6 Stunden unterwegs, zum Mittag wird gegrillt und ein Menü serviert. Wir sind gespannt!

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Dann schlenderten wir im Dunkeln durch den Ort, das Festival der Nomaden war noch nicht vorbei. Wir schauten auf die vielen Menschen, Livemusik auf einer Bühne wurde gerade nicht geboten, aber die Kinder und Jugendlichen tanzten nach CD-Musik. Überall Stände mit Leckereien und sogar Eis aus einem Bottich ohne Kühlung. Wir haben uns nicht getraut...  

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