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Vorbereitung der Reise 2009 nach Libyen Seit drei Jahren bestand der Wunsch mit dem Reisemobil nach Libyen zu fahren. Allein? Nein, das ist fast unmöglich. Wir haben uns einer kleinen Gruppe mit insgesamt 5 Reisemobilen angeschlossen. Geführt wird die Tour von Mouldi Oueslati, einem deutschsprechenden Araber, der lange in Deutschland gelebt und gearbeitet hat, jetzt wieder in Tunesien wohnt. Mouldi haben wir 2006 kennengelernt, als er uns “sein” Land Tunesien zeigte. Wir haben uns nach der Reise quasi als Freunde verabschiedet, zwischenzeitlich hat Mouldi uns zweimal in unserer Heimat Hattingen besucht. Er begeisterte uns für Libyen, das er gut kennt und wir unbedingt kennenlernen sollten. Dieses Jahr hat es geklappt. Das mythische Libyen - لجماهيرية العربية الليبية الشعبية الاشتراكية *) Die *) "Sozialistische Libysch-Arabische Volks-Dschamahirija" ist ein 1.775.500 Millionen Quadratkilometer großer Staat mit rund 6,3 Millionen Einwohnern. Libyen ist ein auf uns Europäer äußerst mythisch wirkendes Land. Nicht zuletzt durch die viele Jahre währende Isolation des Landes haftet dem Namen "Libyen" mit seinem aus fremder Sicht umstrittenen Führer Muammar al-Gaddafi immer noch etwas Geheimnisvolles an. Libyen steht bis heute noch immer für Orient, Abenteuer, Wüste, Märchenland, Morgenland und mittlerweile auch für ein nicht alltägliches, aber durchaus sehr sicheres Reiseziel. Das Land besteht zum größten Teil aus Wüste und grenzt im Westen an Tunesien und Algerien, im Osten an Ägypten, im Süden an Niger, Tschad und den Sudan, die Sahara erstreckt sich bis in diese drei Länder. Die Mittelmeerküste Libyens ist knapp 2.000 km lang. Im Osten zieht sich eine Ebene von der tunesischen Grenze bis zum Gebiet des Jabal Akhdar (Grüner Berg). Das Binnenland ist hügelig. Im westlichen Küstengebiet zwischen Zuara und Misurata und im Osten zwischen Susah (Apollonia) und Benghazi wird Landwirtschaft betrieben. In der höhergelegenen Provinz Cyrenaika und auf dem Jabal Akhdar ist die Vegetation etwas üppiger. Im ganzen Land gibt es Oasen, außer im Gebiet des “Sandsees” Sarir Calanscio und der Sahara-Berge von Sarir Tibesti. Unsere Reisemobilgruppe soll von einem libyschen Reiseführer und einem Tourist-Polizisten begleitet werden. Diese seitlich des libyschen Staates vorgeschriebenen “Pflichtbegleitungen” verteuern - neben den üblichen Visumgebühren und der obligatorische Haftpflichtversicherung - solche Reisen nicht unerheblich. Eine grüne Versicherungskarte wird von den deutschen Autoversicherern in der Regel nur für Tunesien ausgestellt. Übrigens, entgegen den komplizierten Einreiseformalitäten nach den Informationen des auswärtigen Amtes hat Mouldi sich die Abwicklung aller Formalitäten an der Grenze bestätigen lassen. Welche Fähre von Genua nach Tunis? Zunächst stand die Frage der Fähre von Genua nach Tunis und zurück an. Die teuerste Möglichkeit mit ca. 1.250 Euro (Außenkabine) war die tunesische Autofähre
"CARTHAGE" der SNCM-Linie. Der Normalpreis der italienischen Fähre Splendid der GRANDI NAVI VELOCI betrug mit 4-Bett Innenkabine (Zweierbelegung) und Reisemobil bis 7,50 Meter 902 Euro. Als ADAC-Mitglied erhält man die gleiche Passage für sehr günstige 665,20 Euro - hin und zurück! Für die eine Nacht war uns eine Außenkabine nicht wichtig.
Die 1994 gebaute Fähre “Splendid” wird uns am 17. Oktober um 15 Uhr in ca. 24 Stunden von Genua nach Tunis bringen. In Genua treffen wir zur gleichen Zeit einen Reiseteilnehmer, der uns übrigens den Tipp, die Fähre über den ADAC zu buchen, gegeben hat. Wir werden vor der Einreise nach Libyen noch einige Tage individuell in Tunesien verbringen. Am 25. Oktober treffen wir uns mit Mouldi und den übrigen Reiseteilnehmern in Metameur, Nähe Medenine, am 27. Oktober reisen wir in Libyen ein. Am Sonntag, den 22. November um 16 Uhr geht die Fähre von Tunis nach Genua zurück. Was erwartet uns? Es gibt vieles zu entdecken in Libyen, von der Hauptstadt Tripolis über Gebirge bis zu den großen Dünen und den Mandara-Seen: Hier eine Kurzbeschreibung der geführten Tour: Port El Kantaoui, Medenine - libysche Grenze - Sabrata (Besichtigung der Ruinen, 2 Tage), Ghadames (Stadtbesichtigung der Tuareg-Stadt, 2 Tage), El Guariette - Sebha - Germa über 2 Tage mit Besuch der Ausgrabungen und Geländewagenfahrt zu den Mandaraseen, Ubari - Awinat - Ghat mit 3-tägigen 4X4-Ausflug ins Akakus-Gebirge, Ubari - Sebha - Houn - Abou Nejem - Musrata - Leptis Magna (Besichtigung der größten Ruinenanlage Nordafrikas) - Tripolis (2 Tage) tunesische Grenze - Medenine - Kairouan. Die Reise wird auf Mouldis Homepage ausführlich beschrieben. |
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Dieser Teil des Landes, die Kyrenaika, stand in den folgenden Jahrhunderten unter der Herrschaft Ägyptens. In dem sich westlich daran anschließenden Gebiet hatten die Phönizier etwa um 700 v. Chr. die drei Städte Sabratha, Oea und Leptis Magna gegründet - der Name Tripolitanien (Drei-Städte-Land) hat hier seinen Ursprung. Nach der Zerstörung Karthagos 146 v. Chr., das das Gebiet in Besitz gehabt hatte, geriet Tripolitanien unter römische Herrschaft, 96 v. Chr. wurde auch die Kyrenaika Teil des Römischen Reiches. Bei der römischen Reichsteilung 395 n. Chr. verblieb Tripolitanien bei Westrom, während die Kyrenaika Ostrom zugeschlagen wurde. Mitte des 5. Jahrhundert fielen die Vandalen in Libyen ein; die Rückeroberung gelang Byzanz ab 533 unter Führung des Generals Belisar. Zwischen 641 und 644 besetzten die Araber das Gebiet; die dort ansässigen Berber nahmen daraufhin den Islam an. Im 16. Jahrhundert wurde Libyen von den Osmanen erobert. Im 19. Jahrhundert suchte die Senussi-Bruderschaft, ein in der Kyrenaika ansässiger islamischer Orden, die Macht zu erlangen. Er bildete auch den Kern des Widerstandes, als die Italiener nach dem italienisch-türkischen Krieg 1911/12 Libyen annektierten Siehe auch: Italienisch-Türkischer Krieg 1934 erklärte Italien seine libyschen Besitzungen zur Kolonie Italienisch-Libyen. Von 1940 bis 1943 kämpften italienische Truppen im Verbund mit dem nach Libyen entsandten deutschen „Afrikakorps“ unter Generalfeldmarschall Erwin Rommel gegen alliierte Verbände, die von Ägypten aus vormarschierten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Land von den Vereinten Nationen (UN) verwaltet. 1951 wurde Libyen in die Unabhängigkeit entlassen mit dem Oberhaupt der Senussi, Idris I. als König der konstitutionellen Monarchie. Die Entdeckung reicher Erdölvorkommen 1959 machte Libyen in der Folgezeit zu einem der bedeutendsten erdölexportierenden Länder der Welt. Auf der anderen Seite verstärkten sich jedoch die sozialen Spannungen im Innern, was neben anwachsenden nationalistischen Stimmungen schließlich am 1. September 1969 (neuer Nationalfeiertag) zum Sturz der Monarchie durch das Militär und zur Ausrufung der Arabischen Republik Libyen führte. Der Vorsitzende des Revolutionären Kommandorates, Oberst Muammar al-Gaddafi, versuchte die radikale Arabisierung des Landes. Seine Pläne zur Schaffung einer panarabischen Union mit einigen Nachbarländern zwischen 1969 und 1974 scheiterten aber unter anderem an seinem Führungsanspruch. Er benannte Libyen auch in Dschamahirija um. In den folgenden Jahren wurden alle Erdölgesellschaften verstaatlicht. 1975 schloss Libyen ein Abkommen über wirtschaftlich-technische und militärische Zusammenarbeit mit der UdSSR. Das militärische Engagement des Landes zugunsten der Regierungsgegner im benachbarten Tschad 1983 blieb erfolglos: Französische Legionäre vertrieben die libyschen Truppen aus fast allen besetzten Gebieten. Bevölkerung Die Bevölkerung besteht mehrheitlich aus Arabern (90 %) und Berbern (4 %), daneben gibt es Italiener, Ägypter, Schwarzafrikaner und andere ethnische Gruppen. Im Westen Libyens leben Teile des berberischen Nomadenvolks der Tuareg. Seit 1975 stieg die Bevölkerung von 2,5 Millionen auf rund 6,5 Millionen Menschen. Aufgrund der Bevölkerungszunahme von 2 % im Jahr 2005 waren damals 30 % der Bevölkerung unter 15 Jahre alt. Rund 90 % der Bevölkerung leben in den Küstengegenden von Tripolitanien und der Cyrenaika. 85 % lebten 2005 in Städten. Es leben knapp eine Million Gastarbeiter im Land. Nur noch 5 % der Bevölkerung sind Vollnomaden. Die Lebenserwartung betrug 2005 74 Jahre. Sprache Amtssprache ist Arabisch. Italienisch und Englisch sind als Handelssprachen verbreitet. Daneben werden einige Berbersprachen gesprochen:
Religion Der Islam ist Staatsreligion. Die Senussi-Bruderschaft stellte bis zur Revolution von 1969 den König. In den letzten Jahren ist eine verstärkte Hinwendung zum orthodoxen Islam zu verzeichnen; die Verschleierung der Frau nimmt zu. Das Abfallen vom Islam wird mit dem sofortigen Verlust der Staatsbürgerschaft geahndet. 97 % der Bevölkerung sind sunnitische Muslime, vorwiegend malikitischer Richtung. Es gibt rund 74.000 Katholiken, einige Kopten und einige Ibaditen. Die meisten christlichen Kirchen wurden nach der Revolution von 1969 geschlossen. Die jüdischen Libyer mussten nach schweren Pogromen aus dem Land fliehen. Quelle: Wikipedia Libyen
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