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Rundreise Libyen 2009

Metameur - Sabrata - 27.10.

In der Nacht fiel weiter leichter Regen. Bereits kurz nach 5 Uhr weckte uns lautstark der Muezzin, der hier noch persönlich (sonst oft vom Band bzw. CD) seine Gläubigen in die nahe Moschee rief. Er gab sich mit seinem Gesang besonders viel Mühe, wahrscheinlich wollte er den „Ungläubigen“ nebenan mal zeigen, was echter Glauben bedeutet. Der ungläubige Autor im Alkoven schreckte aus dem Tiefschlaf, dachte zunächst an Feueralarm …

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Heftiger Regen (!) begleitet unsere Fahrt zur Grenze Libyens. Dort musste die Gruppe etwa drei Stunden warten, bis alle Formalitäten an beiden Grenzstationen erledigt waren. Aber raus aus den Mobilen mussten wir alle auch noch, wir wurden in eine Baracke gelotst, wo einzeln mit einer Art Kamera in die Augen „gefilmt“ (Brille absetzten) auf Schweinegrippe (?) getestet wurden. Das mutete und doch allen sehr merkwürdig und wenig effektiv an, aber wenn die Libyer das so wollten...

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Die libyschen Beamten ließen sich besonders viele Zeit, trotz des bereits anwesenden libyschen Reiseführers, der sich redlich mühte und bei uns ein wenig über die Bürokraten schimpfte.

Im weiterhin heftigen Regen wurden die auf unsere Namen bezogenen libyschen Nummernschilder befestigt, dessen Sinn sich für niemanden erschlossen hat. Weiter ging die Fahrt im andauernden Regen auf schnurgerader Straße an der Küste entlang.

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Ein erster Tankstopp ließ knapp 66 Liter Diesel in den Tank laufen, für unglaubliche 9,86 Libysche Dinar (LD), ca. 5,50 Euro, der Liter für 8,3 Cent! Da machte es nichts, das dem Tankwart dreimal die Zapfpistole aus der Hand rutschte und der Diesel überschwappte.

Bestätigt wurde an der Tankstelle, dass man sich an so einen heftigen dauerhaften Regen hier nicht erinnern konnte. Da mussten erst wir Reisemobilsten kommen, um das zu erleben.

Die Weiterfahrt auf zum Teil kräftig überschwemmten Straßen ließen uns doch ins Staunen kommen, in der Landschaft bildeten sich kleine Seen. Das war ein unerwarteter Auftakt der Tour, spielt das Wetter auch hier verrückt?

Sabrata

Der Regen ließ zwischenzeitlich ein wenig nach, wir erreichten bei straker Bewölkung die Jugendherberge in Sabrata, nahe an der Ruinen- und Ausgrabungsstätte und stellten im Innenbereich mit Blick auf die Ruinen die Reisemobile ab. Zur Begrüßung verteilte Mouldi Gebäck, eine tunesische Spezialität. Seine Frau hatte gebacken, nicht zu süß, ein fester Teig aus Getreide mit Füllung, sehr schmackhaft. Eine nette Geste. Bald steigerte sich der Regen wieder kräftig. Also erst einen Imbiss in den Mobilen eingenommen und das Ende des Regens abgewartet, bevor ein Gang durch die nahe Stadt möglich war.

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Die Wolken verschwanden nur langsam, erst am frühen Abend bummelten wir zu viert durch die Stadt. Da es bereits dunkel war, blieb der Fotoapparat aus. In afrikanischen Städten eigentlich immer wichtig, der regelmäßigen Blick auf den Bürgersteig, tiefe Löcher, hohe Absätze und Stufen sind zu beachten.

Heftiger Verkehr, stinkende Abgase und Benzindämpfe der überwiegend alten Fahrzeuge machte das Laufen hier nicht zum Vergnügen. Türkische Restaurants und Imbissstuben lockten mit Giros und appetitlich aussehenden Hähnchen vom Drehspieß.

Die Geschäfte präsentierten ein durchaus breites Angebot, in einem kleinen Supermarkt konnten wir preiswert einkaufen. Es gab sogar internationales Bier, natürlich alkoholfrei.

Der Eindruck dieses ersten Tages: Schietwetter und Verkehrschaos (zumindest nach unserem Verständnis) in den Städten und herumfliegender Müll überall. Eben eine völlig “andere Welt”, zunächst nicht unbedingt verlockend. Aber wir wollten mal wieder aus unserem wohlorganisierten und bürokratischen Deutschland ausbrechen, in ein Land, in dem sich zum einem keine Scharen von Touristen bewegen, zum anderen eine völlig andere Mentalität herrscht. Gefallen hat uns auch, das Libyen keine erschlossenen Urlaubszentren besitzt, es fehlt (noch?) eine touristische Infrastruktur. Außerdem locken die phantastischen Wüstenlandschaften im Südwesten Libyens.

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