Banner_2_Reisemobil-fahren.de

Gambia, Reise und ein Projekt Entwicklungshilfe

“The Gambia” liegt an der Westküste des afrikanischen Kontinents und ist mit 11.295 qm dessen kleinster Flächenstaat. Das Land ist damit halb so groß wie das Bundesland Hessen. Gambia hat ca. 1,5 Millionen Einwohner. Die ungefähr 740 Kilometer lange Grenze folgt auf einer Länge von etwa 480 km sowie der Breite von 10 bis 50 km dem Verlauf des Gambia-Flusses. Abgesehen des 80 km langen Küstenabschnitt ist Gambia vom zwanzigmal größeren Senegal umschlossen. Der ungewöhnliche Grenzverlauf Gambias ergibt sich aus der Tatsache, dass dies ursprünglich die Reichweite der Kanonen der britischen Schiffe auf dem schiffbaren Teil des Flusses war.”

Auszug und Grafik aus www.wikipedia.de

Was macht ihr ausgerechnet in Gambia?” Diese Frage wurde uns des öfteren gestellt, wenn wir über unsere Reisepläne geredet haben.

a_Afrika

a_Gambia

Der Hintergrund ist unserer Engagement im gemeinnützigen Verein “Hattingen hilft! e.V.”. Auf der Suche nach einem förderungswürdigen Projekt sind wir auf Aktivitäten des Vereins “Kindergarten Linden” (KLG) gestoßen. Dieser Verein hat in dem Dorf Jabang bereits im Jahr 2000 einen Kindergarten errichtet. Auf dem der Gemeinde gehörenden Nachbargrundstück wurde eine zweiräumige Schule von dem Verein “Hilfsprojekte-Gambia/Westafrika e.V.” in Oldenburg gebaut.

Dieses Schulgebäude ist mit zwei Klassen und rund 275 Schülern, die im Schichtbetrieb in Klassen um 50 Kinder unterrichtet werden, völlig überlastet. Gemeinsam mit dem Oldenburger Verein soll ein weiter Bau von “Hattingen hilft! e.V.” finanziert werden. Vor Ort wollen einige Vorstandsmitglieder von “Hattingen hilft! e.V.”, die für den Verein kostenneutral anreisen, die Lage einschätzen und gegebenenfalls einen Vertrag mit einem Bauunternehmer vor Ort schließen. Dabei ist es sehr hilfreich auf die umfassenden Erfahrungen der Mitglieder des Vereins KGL zurückzugreifen, die ebenfalls zu diesem Zeitpunkt mit uns nach Gambia fliegen. 

Jabang im Kombo Noth Destrict liegt zwischen Sukuta und Gunjar, etwas 12 km von der touristisch erschlossenen Küstenregion. Dennoch, wie uns berichtet wurde, bereits tiefes Afrika.

Bildung in Gambia

Der Alphabetisierungsgrad liegt nach einer Schätzung von 2003 bei ca. 40 %. Das Schulsystem ist am britischen System angelehnt, eine Schulpflicht besteht zwar grundsätzlich, sie wird aber nicht kontrolliert. Das Einschulalter liegt grundsätzlich bei sieben Jahren in der “Primary School”, die sechs Schuljahre umfasst. Bei entsprechenden Abschluss ist der fünfjährige Besuch einer “Secondary High School” möglich.

Wenn die Gemeinden ein Schulgebäude vorweisen können, werden die Lehrer vom Staat bezahlt. Das Problem ist die Armut dieser Gemeinden, die sich solche Gebäude nicht leisten können. Aus diesem Grund macht es Sinn, mit Spenden den Bau eines weiteren Schulgebäude zu verfolgen. Bildung ist ein nachhaltiges Entwicklungsziel in diesem sehr armen Land.

Darüber hinaus wird die besonders schwierige Situation von Mädchen mit diesem Gedicht symbolisiert.

Abflug Amsterdam 7. November 2008

Mit der niederländischen Gesellschaft “ArkeFly”, die mit der TUI verbandelt ist, flogen wir kurz nach 13 Uhr von Amsterdam nach Banjul, der Hauptstadt von Gambia. Der Flieger, eine Boeing 767-300 war quasi ausgebucht. Die Flugdauer betrug etwa 6 ½ Stunden.

Wir freuen uns auf eine neue Erfahrung, neben der “Arbeit” wird in diesen 14 Tagen auch Gelegenheit sein, ein wenig von dem Land kennenzulernen. In Gambia leben vielen Ethnien, alle Religionen genießen bisher eine ruhige und friedliche Koexistenz. Der islamische Staat zeigt sich laut Reiseführer fortschrittlich, soll auch weder antiwestlich noch fremdenfeindlich sein.

P1040777

Die gambische Flagge in den Farben rot, blau und grün auf weißen Grund symbolisieren Rot für die Sonne, Blau den Gambia-Fluß, Grün steht für die Landwirtschaft und besonders sympathisch steht Weiß für Frieden.

Das Wappen zeigt ein blaues Schild mit weißem und grünem Rahmen, in welchem sich zwei kreuzene Werkzeuge, dargestellt sind. Diese landwirtschaftlichen Geräte werden von den Mandinka verwendet. Es handelt sich einer Axt, einer sogenannten dibongo, die bei der Erdnussernte gebraucht wird und um einer Hacke genannt dabandingo, die zum Unkrautjäten verwendet wird.

Auf dem Schild ist ein Helm eines Ritters, auf dem ein früchtetragender Erdnussstrauch steht. Unterhalb des Schildes befindet sich ein Spruchband mit dem Nationalmotto Gambias: Progress, Peace, Prosperity (engl., "Fortschritt, Frieden, Wohlstand"). Als Wappenhalter fungieren zwei goldene Löwen, der eine mit einer derselben Axt, der andere mit der Hacke bewaffnet. .

Gambia Flagge
Gambia Wappen
IMG_0032s

Ankunft in Banjul

Gegen 19:30 Uhr erreichten wir mit halbstündiger Verspätung nach einem problemlosen Flug den Flughafen in Banjul. Die Wärme verbunden mit hoher Luftfeuchtigkeit der Tropenluft empfing uns. Wie in guten alten Flugzeiten wurden zwei fahrbare Treppen an das Flugzeug geschoben und Busse transportierten die Touristen zu der nur vielleicht 250 Meter entfernten Abfertigungshalle. Herzlich werden wir von einheimischen Freunden der Kindergartengruppe begrüßt. Die Kontrolle der Pässe war einigermaßen zügig, ein Formular mit allen Daten wurde uns abverlangt. Ein Uniformierter machte eine Vorkontrolle als wir uns in der Schlange zum Durchlass befanden. Nach der flüchtigen Passkontrolle, der mit einem Einreisestempel versehen wurde, wurden die Formulare fein säuberlich gestapelt. Was die Bürokratie Gambias damit veranstaltete, entzog sich auch der Kenntnis der erfahrenden Mitreisenden. Viele eifrige Helfer boten sich an unsere Koffer zum Bus zu transportieren, natürlich erwarteten sie ein Trinkgeld. Mit einer längeren Verzögerung fuhr der schon betagte Bus ab, denn die holländische Reisebegleiterin fand für unsere Gruppe nicht die Begrüßungsunterlagen. Später stellte sich heraus, wir hätten einen anderen Bus nutzen sollen. Aber kein Problem, auch dieser Bus brachte uns in das Hotel “Senegambia Beach”.

Das Einchecken zog sich etwas hin, unser Zimmer in der großen Anlage lag in Strandnähe. Das Zimmer im Erdgeschoß mit einer Terrasse war klimatisiert. Vom Standard her würde es mir schwerfallen einen Stern zu vergeben. Es roch feucht und muffig, aber die Matratzen waren offensichtlich relativ neu und fest. Allerdings gab es nur ein großes Laken mit einer dünnen Wolldecke zum zudecken. 

Gegen 21 Uhr traf sich ein Teil der Gruppe in einem italienischen Restaurant (geführt von Einheimischen) gegenüber dem Hotel. Vorher wurde in einer Wechselstube die ersten Dalasi eingetauscht, für einen Euro gab es 31 Dalasi. (In den nächsten Tagen schwankte der Kurs zwischen 32 und 33 Dalasi) Gegenüber des Hotels liegt auch ein kleiner Supermarkt mit allen wesentlichen Offerten.

Bei einigen hier besonders günstigen gambischen Bierchen (25 Dalasi, etwa 90 Cent Euro für 0,33 l), dass von einem deutschen Braumeister gebraut wird und einer kleinen Mahlzeit (225 Dalasi) plauderten wir über die ersten Eindrücke. Diese Impressionen entsprachen natürlich so gar nicht unseren europäischen Gewohnheiten. Da waren die vielen freundlichen Menschen auf der “Touristenmeile“, die mit ihrer “Anmache” alle nur unser “Bestes” wollten, nämlich unser Geld. Der Trubel, die vielen Taxis, der Staub und vieles mehr. Aber der Tag war lang, bald erreichte die Mattigkeit die Gruppe.

IMG_0032l
IMG_0036o
IMG_0032f

Akklimatisierung

Die erste Nacht, die Betten waren passabel, die Geräuschübertragung aus der Nachbarschaft trotz Betonbauweise erstaunlich gering. Kurz vor 9 Uhr saßen wir bei 30 Grad entspannt auf der Frühstücksterrasse.

Das Frühstück war britisch orientiert, aber auch etwas Käse und Wurst, Melonen, Joghurt, Müsli und leckere kleine Kuchen rundeten das Angebot ab. Nach der relativ teuren Aktivierung des Zimmersafe, der allerdings im Schrank nicht befestigt war, erkundeten wir die unmittelbare Umgebung.

IMG_0542
IMG_0541

Manchmal turnten einige Affen durch den Park.

Die Touristenmeile mit vielen Restaurants und einen Holzschnitzer- und Souvenirmarkt ergaben die ersten Kontakte mit den Einheimischen, die uns entweder in ihr Restaurant baten, ein Taxi anboten oder ihre Angebote, z.B. durchaus kunstvoll geschnitzte Holzfiguren aller Art als besonders günstig herausstellten. Aber das “anbaggern” muss man gelassen aushalten können. Überall wurde uns der billigste Preis geboten.

Der Nachmittag verging mit relaxen am Strand. Erwähnenswert ist der großzügige Hotelpark, er gleicht einem botanischen Garten mit verschiedenartigen Vögeln. Langsam gewöhnte sich der “Europäer” an die Wärme und die hohe Luftfeuchtigkeit. 

IMG_0036gg1 IMG_0036g
IMG_0036rr
IMG_0036t

Der Bereich vor dem Hotel, dienstbare “Geister” überall. Da unsere Handys kein Netz empfangen haben, konnten wir für schlichte 50 Dalasi (ca. 1,70 Euro) eine SIM-Karte der Gesellschaft “AFRICELL” kaufen, die sogar problemlos funktionierte. Somit war ein kurzes Telefonat mit daheim kein Problem. 

IMG_0180

Am Abend besuchte die Gruppe das große Gartenrestaurant “Ali Baba”, ein leckeres gambisches Fischgericht kostete 150 Dalasi, das gambische Bier 35 Dalasi. Abgesehen von drei Stromausfällen, die mit einem etwas stinkenden Generator überbrückt wurden, ein netter Abend.

Die “Show” im Hotel haben wir auch noch ein Stündchen alleine angesehen, die restlichen Teilnehmer verzogen sich auch in den folgenden Tagen doch recht früh in ihre Zimmer. Die Tanzgruppe gab sich Mühe, aber der geringe Beifall war wenig motivierend. Als dann ein Quiz begann, zogen wir es vor zu verschwinden. Derartige Animation entsprach nicht unserem Gusto.

IMG_0042r
IMG_0036gg

Zurück

Nach oben

Weiter

 

 

 

 

Zurück zur Übersicht Reiseberichte Deutschland - Europa - Welt