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FLORIDA mit dem Reisemobil vom 5. - 27. März 2004 - von Ilse Warm

Miami - The Keys - The Everglades - EvergladesCity

Big Cypress Seminolen Indian Reservation - Ochopee

Der LTU Flug startet pünktlich um 9.20 Uhr. Um 19.40 landen wir in Miami. Wir stellen die Uhren zurück, denn in Florida ist es 13.40 Uhr. Der Himmel ist blau, die Sonne scheint und das Thermometer zeigt 86° Fahrenheit (30° Celsius). Nach Ankunft in dem für eine Nacht gebuchten Hotel in Miami, gehts mit dem Taxi nach Miami – Downtown

Wir erkunden die Metropole Floridas: das historische Viertel von Miami Beach um Ocean Drive und Collins Avenue, den Hafen und "Little Havanna" das Viertel der vielen Exilkubaner. Eine kleine Bootsfahrt bringt uns rund um die mondänen Inseln der Reichen und Schönen vor Miami. Durchaus amerikanisch wirken die glatten Fassaden der Art-Deco-Bauten in Downtown, die bequem mit dem Metromover, einer modernen Schwebebahn, zu betrachten sind. Eher europäisch muten die vielen Geschäfte im Viertel Coconut Grove mit seinen teuren Shoppingstraßen an. In Florida ist spanisch die zweitwichtigste Sprache.

In Fort Lauderdale bei Moturis erfolgt am nächsten Morgen die Übergabe des Reisemobils. Ein Winnebago, 22 Feet (6.70 m) lang, 2,50 m breit und 4 Monate alt. Mit Aircondition, Mikrowelle, Backofen und Kühl- und Gefrierschrank. Das Inventar ist gut und ausreichend.

In 6 Etappen wollen wir die interessantesten Teile der Halbinsel zwischen dem Golf von Mexiko, der Karibik und dem Atlantik >erfahren<. Um 9 Uhr starten wir in südliche Richtung und nehmen den US Federal Highway One (US 1) zu den aus Korallenstein bestehenden Keys, eine unvergleichliche Inselkette, ca. 800 an der Zahl. Anders als in den meisten Archipelen der Welt ist jedoch auf den Keys kein Schiff, keine Fähre zum Inselhopping nötig, die Straße, auch >Overseas Highway< genannt, wurde auf einer alten Bahntrasse gebaut.

Unsere erste Übernachtung im Wohnmobil verbringen wir etwa auf halber Strecke in Marathon auf dem Campingplatz Knights Key Park.

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Die schnurgerade, spektakuläre >Seven Mile Bridge< (11 km), die auf 546 Brückenpfeiler über den Ozean schwingt, erreichen wir nach der Insel Marathon. Die sichelförmige Inselreihe, die sich wie eine Perlenkette südlich von Miami bis nach Key West erstreckt und von der UNESCO als einmaliges >International Biosphere Reserve< geschützt wird, zählt nach dem überstandenen Hurrikane >Andrew<, der 1992 tobte, wieder zu den Topattraktionen Floridas.

Die Straße führt von Key Largo über 42 Brücken, 126 Meilen bis zum südlichsten Punkt der USA nach Key West. Dieser Punkt wird von einer eher hässlichen Betonboje markiert, die darauf hinweist, dass Kuba nur 90 Meilen entfernt ist.

Das Kreuzfahrtschiff Veendamm der Holland-America-Line liegt für einen Tag am Kai vor Anker. Im Jachthafen tummeln sich nicht nur tolle Jachten sondern auch überall Graupelikane. Vom Hoteldach in der Duval Street in Key West haben wir einen herrlichen Blick über die Stadt mit ihren 25 000 Einwohnern, dem größten und auch interessantesten Ort der Keys, wo sich Straßencafes, Bars und Boutiquen reihen entdeckt man: lässig-karibische Nachfahren von Einwanderern, alt eingesessene Kubaner, Künstler und Maler, flippige Aussteiger und übriggebliebene Alt-Hippies. Große Wagen und Cabrios in allen Farben bestimmen das Straßenbild. Tageszeitungen werden an Automaten gekauft und in Vorgärten, Restaurant-Terrassen und Parks picken und kratzen Hühner.

Key West verfügt über unzählige Frühstückspensionen, Restaurants und Bars in herrlichen, teils skurrilen Häusern. Eine Fahrt mit dem Conch Tour Train lohnt, dem wir aber mit unseren Mountainbikes folgen. Die Sonne steht hoch am Himmel, wir legen eine kleine Pause ein und genießen ein Eis im Hafen. Eine Kugel bitte: 3.50 Dollar, aber es ist köstlich.

Das Wohnhaus, in der Whitehead Street 907, im spanischen Kolonialstil, mit umlaufenden Balkon und schmiedeeisernen Balustraden, - der Starschriftsteller Hemingway bewohnte es von 1931 - 1940. Der einstmals kleine Ort lebt auch mehr als 40 Jahre nach seinem Tod von dem Mythos, den >Papa< - so sein Spitzname - in seinen neun Jahren in Key West erzeugen konnte.

"Sundown" - Allabendlich sammelt sich ein buntes Völkchen aus Künstlern, Einheimischen und Touristen am Mallory Spuare, um den Sonnenuntergang zu zelebrieren. Feuerspucker und Jongleure treten auf und in den umliegenden Bars fließt der Rum. Auch wir genehmigen uns einen echten Key-West-Drink, während wir beobachten wie die Sonne im Meer versinkt. Wir können das Wohnmobil über Tag direkt am traumhaften Strand abstellen, nachts parken wir auf einem Key-Markt Parkplatz.

Das sonst so puritanische Amerika kann auf den Keys verblüffend exotisch sein. Nach zwei Tagen fahren wir zurück und erleben noch einmal die Keys, wo sich in bunter Folge Mangrovenwälder, kleine Jachthäfen, pastellfarbene Ressorthotels, Angelpiers, Fischlokale, bonbonbunte Pfefferkuchenhäuschen und Palmengärten aneinander reihen.

In seiner zweiten (oder ersten) Heimat - Sloppy Joes Bar, heute Captain Tonys Saloon in der Greene Street - ging >Papa< am Abend einen heben.

Die Indianer nennen es >Fluss aus Gras< (Pa-hay-okee), das letzte große Feuchtgebiet Floridas, die Everglades, hier lauern Alligatoren und Abermillionen Mücken, Im Winter sind die Moskitos weniger aktiv, es gibt 43 Arten, wovon 12 stechen. Über den Highway 9336 fahren wir nach Flamingo, was bis 1928 nur mit dem Boot erreichbar war. Mit dem Ausflugschiff "Pelican" machen wir einen Trip auf die Wasserstraßen der Everglades. Die Exkursion führt durch dichte Mangrovenwälder über Flüsse, Seen und Teiche.

Den Campingplatz finden wir am Ende des Coastal Praire Trail, wo sich eine trockene Vegetation mit Präriegras und Kakteen auftut. Vorbei an Homestead, geht es auf den Highway 997 bis zur Interstate 75 (I 75). Wir zweigen zur Big Cypress Seminole Indian Reservation ab, wo wir das Ah-Tah-Thi-Ki Museum, das dem Besucher den Widerstandskampf, das Alltagsleben, ihre Religion und ihr Brauchtum der Seminolen Indianer näher bringt. Hinter dem Museum führt ein Holzsteg durch einen Sumpfwald zum Theater und zum Frei- und Arbeitsplatz der Indianer, sie fertigen hier Souvenirs für Touristen an.

Wir machen Richtung Everglades City einen kleinen Umweg und geben in Ochopee Ansichtskarten im kleinsten Postamt der USA auf.

In Everglades City, ein unspektakuläres 1000 Seelen Örtchen machen wir eine Tour mit dem >airboat< propellergetriebene Boote, die mit hoher Geschwindigkeit und Höllenlärm die Wasseradern abfahren.

Naples - Bonita Beach - Sanibel - Captiva - Fort Myers

Wir folgen der US 41 nach Naples, wo die Strände wirklich ein Traum sind, sie sind die schönsten an der milden Westküste, so wie sie sein sollen, sauber, weiß, breit und stellenweise einsam. Das Wasser ist 19° warm. Wir bleiben einige Tage in Bonita Beach. Der Campingplatz Imperial liegt einige Meilen vom Meer entfernt, bis zum Strand fahren wir mit den Rädern.

Ein Abstecher auf die Sanibel- und Captiva Inseln über einen befahrbaren Deich führt in eine andere Welt, hier schaltet das Leben einen Gang zurück.

Zurück führt der Highway 867 direkt nach Fort Myers auf den McGregor Boulevard, er wurde zur Stadtverschönerung von Thomas Alva Edison auf gut 20 km mit Palmen gesäumt. In Fort Myers befindet sich das Edison Ford Winter Estates. Gleich auf dem Parkplatz steht ein Banyan Baum (Bengalfeige) mit einem Umfang von mehr als 120 m.

Wir besuchen das Museum von Henry Ford und des Workaholic Thomas Alva Edison, er besaß 1092 Patente, und arbeitete hier von 1886 - 1931. In dieser Zeit experimentierte er mit Pflanzen. Der fantastische Garten um Edisons Wohnhaus waren eine Art Rohstofffabrik. Gleich nebenan stellte sich der Automobilmagnat Henry Ford sein Winterhaus hin.

Sarasota - Siesta Beach - St. Pete - St. Petersburg - Tampas

Nördlich von Fort Myers in der Nähe Sarasotas bleiben wir für mehrere Tage an der Siesta Beach, genießen Sonne, Strand und Meer. Ich fahre mit dem Rad am Strand entlang und meinem Mann gelingt ein wunderschönes "sundown" Foto, ein traumhafter Sonnenuntergang.

Einige Tage später fahren wir über die 6,6 km lange "Sunshine Skyway Bridge", halten uns in der Großstadt St. Petersburg links Richtung St. Pete Beach. Nach entrichten der Maut von 1 Dollar (die Mautgebühren sind überall niedrig) fahren wir über eine kleine Brücke und schon erhebt sich vor uns der "Pink Palace" das Don CeSar Beach Resort, ein Grand Hotel (300 Dollar die Nacht), gebaut 1928, hier nächtigten schon Scott Fitzgerald und Al Capone.

Zurück zum Festland geht es mitten durch St. Petersburg, an der Tampa Bay Küste entlang, über die Gandy Bridge bis Tampa, wo wir das Florida Aquarium besuchen.

Kissimmee - Celebration - Disney World - Orlando
Cape Canaverel - CocoaBeach - Palm Beach

In Tampas nehmen wir die Interstate 4 und kommen zügig voran, kurz vor Orlando übernachten wir in Kissimmee. Wir entscheiden uns für einen der sieben Disney World Themenparks und besuchen Epcot.

Von den 2 Themenbereichen in Epcot ist einer „Future World“ mit 10 Attraktionen: 1. Riesenskulptur mit speziell angefertigten Kacheln mit Bildern von vielen Gästen. 2. Meilensteine der Kommunikation 3. Zurück in die Dinosaurierzeit 4. Die Arbeitsweise des menschlichen Körpers 5. Pilot, Navigator, Techniker und Kommandeur fliegen in einer Mission zum Mars 6. Anschnallen und das Testen von Autos hautnah miterleben 7. Wie Wissenschaft und Technik unser Leben beeinflussen 8. Abhängigkeit des Menschen von den Meeren 9. Bootsfahrt durch Gewächshäuser, Alligatorenfarm und Aquarium 10. Reise mit Dr. Nigel Channing, der Vorstellungsvermögen und Sinne anregt. In „World Showcase“ präsentieren sich die Länder: Kanada, Großbritannien, Frankreich, Marokko, Japan, USA, Italien, Deutschland, China (Foto) Norwegen und Mexiko. Um 21 Uhr verabschiedet sich Disney World mit einem gigantischen Feuerwerk.

Die vier beliebtesten Themenparks: Epcot, Animal Kingdom (eine Art Entertainment-Zoo mit hunderten Tierarten in artgerechter Haltung), Disney MGM Studios (mit einem Blick hinter die Kulissen der Funk- und Fernsehwelt) und Magic Kingdom (Märchen- und Fantasie Welt). Auch Discovery Cove mit einer täuschend echten tropischen Badewelt ist ein Renner in Disney World. Es gibt auch noch Disneys Blizzard Beach, Dineys Typhon Lagoon und Downtown Disney Area.

Nach Orlando geht es an die Ostküste Floridas zum John F. Kennedy Space Center (KSC) auf Merritt Island bei Cap Canaveral

Von dort aus bringen die Rundfahrtbusse die Besucher zu den einzelnen Punkten. Vom Bus aus können wir das riesige Kettenfahrzeug und das 160 m hohe Raumfahrzeug- Montagegebäude (Vehicle Assembly Building - zweitgrößte Gebäude der Welt) sehen. Auf der Aussichtsplattform beim Abschusskomplex (LC 39 Observation Gantry) haben wir einen Blick zu den Bereichen der einzelnen Abschussrampen. Hier wird auf Tafeln über das Spaceshuttle-Programm informiert und eine weitere Station ist das Apollo-Saturn V Center, welches die größte Ära der US-Raumfahrt nachzeichnet, hier ist unter anderem die 110 m lange Saturn V-Rakete ausgestellt. Museen, Raketengarten und ein Denkmal für die Opfer der Raumfahrt ist im Visitor Center.

Mit Schwimmen, Sonnenbaden und Muscheln suchen verbringen wir bei 80° Fahrenheit (ca.28° Celsius) viel Zeit am Strand. Das Meer ist 74° Fahrenheit (ca. 22° Celsius) warm.

Fort Lauderdale - Hollywood - Miami - Miami Beach - Key Biscayne

Von Cape Canaveral führen die A1 und auch die A1A (teilweise küstennah) nach Süden, die wir bis zum Ende unserer Reise folgen. Mit vielen Stops fahren wir in südliche Richtung, meistens über die langen, vorgelagerten Inseln. In Palm Beach tummelt sich der Jetset seit vielen Jahren. Auf die Küstenstraße, dem Ocean Boulevard, gibt es eine besondere Geschwindigkeitsbegrenzung, hier darf nicht langsamer wie 25 Meilen/h gefahren werden, das soll Gaffer davon abhalten allzu genaue Blicke auf die Villen der schwerreichen Anwohner zu erhaschen. 12 Meilen - rechts Luxus Villen; links der Atlantik - wir befahren die Strecke mit den Mountainbikes.

Das hier in Palm Beach 1926 nach dem Muster der Villa Medici erbaute Grand Hotel "The Breakers" mit 569 Luxuszimmern ist eines der führenden Häuser der Welt, die Lobby ist 60 m lang. Man kann sich den imposanten Gebäudekomplex ansehen. Gleich in der Nähe ist die vornehmste Einkaufsmeile der Welt - die Worth Avenue. Kleine Hinterhöfe laden ein zum Schaufensterbummel.

In Fort Lauderdale angekommen, übernachten wir für den Rest unseres Urlaubs auf dem vorgebuchten Campingplatz Paradies Island der jeden Komfort bietet. Die 1,25 Millionen-Metropole nennt sich auch die "Jachtenhauptstadt der Welt". Diese Stadt ist ganz auf das Wasser fixiert, 500 km Kanäle haben die Stadtväter veranlasst sich den Beinamen "Venedig Amerikas" zu nennen. Ein Boot kommt auf drei Einwohner.

An einem der letzten Tage besuchen wir noch einmal Miami, die faszinierendste aller Städte Floridas. Wir fahren bis Key Biscayne und verbringen vor der Miami Skyline einen ruhigen Tag am Strand.

Wie sooft geht auch dieser Urlaub zu Ende. Nach 1618 gefahrenen Meilen (2604 km) geben wir das Fahrzeug zurück. Flughafen Miami, ab gehts in den Flieger.

Fazit: Miami versammelt die schönsten dieser Welt, Palm Beach die Reichsten, durch Fort Lauderdale kreuzen die glitzernden Jachten, Raketen starten auf Cap Canaveral, in den Everglades kämpfen Naturschützer ums Überleben eines empfindlichen Ökosystems, auf Key West treffen sich die Aussteiger, weiße Strände findet man am Golf von Mexiko und in der Mitte Floridas ballen sich 50 Vergnügungsparks und Attraktionen, dort ist der Nabel der Welt des Amüsements.

Preis-Info:

  • Marathon, Camping Marathon 50.15 Dollar
  • Flamingo, Camping Flamingo 14 Dollar
  • Bonita, Camping Imperial Bonita 37 Dollar
  • Orlando, Disney World Camping 76 Dollar
  • Kissimmee, KOA Camping 41.33 Dollar
  • Kissimmee, Orange Camping 30.24 Dollar
  • Palm Bay, Breezy Palms RV Park 25 Dollar
  • Palm Beach, Palm BeachGarden 35.20 Dollar
  • Fort Lauderdale, Camping Paradies 32.40

Alle RV Plätze, außer Camping Flamingo, sind mit Ver- und Entsorgung und Strom direkt am Platz ausgestattet. 

 

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